Suchmaschine
Google will Milliarden in Satelliten investieren

Mit Satelliten will Google auch für Menschen in abgeschiedenen Regionen einen Internetzugang ermöglichen. Laut eines Medienberichts würde das Unterfangen Milliarden Kosten. Es wäre nicht das erste Projekt dieser Art.
  • 2

New YorkDer US-Konzern Google will angeblich eine Milliardensumme in ein Netz aus Satelliten investieren, um auch in abgeschiedenen Regionen der Erde stabilen Internetzugang zu ermöglichen. Das noch nicht vollends ausgereifte Projekt würde zunächst mit 180 Klein-Satelliten beginnen, die im Orbit auf geringerer Höhe als gewöhnliche Satelliten schweben könnten, wie das „Wall Street Journal“ (WSJ) am Sonntag unter Berufung auf eingeweihte Kreise berichtete.

Die Kosten des Projekts würden der ungenannten Quelle zufolge - je nach Aufwand - zwischen gut einer Milliarde Dollar (730 Millionen Euro) und mehr als drei Milliarden Dollar liegen. Für ein ähnliches Programm namens „Loon“ testete Google bereits solarbetriebene Ballons, um von diesen aus Signale zur Erde zu schicken und so auch in abgelegenen Gegenden das Internet verfügbar zu machen.

Wie das „WSJ“ berichtet, leitet Greg Wyler das geplante Unterfangen. Er ist Gründer des Start-ups O3b, das sich mit der Kommunikation von Satelliten beschäftigt. Wyler kam erst vor kurzem zu Google und brachte nach Angaben des Journals auch den Technologiechef seiner Firma mit. Zudem soll Google zusätzlich Ingenieure von der Satellitenfirma Space Systems/Loral angeheuert haben, berichtet ein Insider. Zu Wylers Team sollen insgesamt zehn bis 20 Mitarbeiter gehören.

Es ist der neuste Versuch eines Internetkonzerns, mit Hilfe aus der Luft das Geschäft auf dem Boden anzukurbeln. Erst im April gab Google den Kauf des US-Solardrohnen-Herstellers Titan Aerospace bekannt, um sich so Zugang zu „Millionen“ Internetnutzern in abgeschiedenen Gebieten zu verschaffen. Die Drohnen-Prototypen der Firma funktionieren mit Solarenergie und können sich über fünf Jahre in einer Höhe von knapp 20 Kilometern halten. Sie funktionieren ähnlich wie geostationäre Satelliten, sind aber kostengünstiger. Auch Facebook versucht sich in dem Bereich und will mit Drohnen seine Nutzer erreichen.

Eine Google-Sprecherin bestätigte gegenüber des Journals, dass Google „Hunderten von Millionen“ Menschen Internet bringen wolle. „Ein Netzzugang bereichert das Leben der Menschen signifikant“, so die Sprecherin. Trotzdem hätten zwei Drittel der Weltbevölkerung keine Möglichkeit, online zu gehen. Zu den Details des Vorhabens wollte sie sich laut „WSJ“ nicht weiter äußern.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Suchmaschine: Google will Milliarden in Satelliten investieren"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Ein Segen für die Entwicklungsländer!
    Es wäre vermutlich eines der wirksamsten Entwicklungshilfeprogramme überhaupt. Wenn man weiß, welche Vorteile z.B. das Mobilfunknetz für Afrika brachte; Wissen ist Macht; Wissen bezahlbar zugänglich für Alle; Dies wird die Entwicklung mit einer unglaublichen Wucht beschleunigen. Millionen von Schulabsolventen in den Entwicklungsländern stehen bereit die Bevormundung und Übervorteilung durch die Wissenden mit Macht abzulegen.

  • Google schreitet stetig und entschlossen zur Weltherrschaft voran und unsere unfähigen und "dummen" Politiker in Brüssel und Berlin merken es nicht einmal. Jahrelang ließen sie Google einfach gewähren obwohl zweifelsfrei ein Monopol abzusehen war. Dabei war das geheule bei Microsoft seinerzeit riesengross und die Beteuerungen gigigantisch, das SOWAS nie wieder passieren würde. Kein Wunder, das die Bürger die Politiker verachten...

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%