Süddeutscher Verlag liebäugelt mit Regionalzeitung aus Hof
SPD-Medienholding will Mehrheit an „Frankenpost“ abgeben

Die SPD-Medienholding Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft (DDVG) will sich von der Mehrheit an der Hofer Regionalzeitung „Frankenpost“ trennen. „Wir führen Gespräche mit Interessenten, die bis zum Jahresende abgeschlossen sein sollen“, sagte DDVG-Geschäftsführer Gerd Walter dem Handelsblatt.

HB HAMBURG. Wie Walter weiter mitteilte, sei in der Planung, etwa 70 Prozent an die Frankenpost Verlag GmbH abzugeben. Rund 30 Prozent will die SPD-Medienholding behalten.

Als Käufer für die Mehrheit ist der Süddeutsche Verlag im Gespräch. Er soll bereits seit längerem mit der DDVG über eine Beteiligung verhandeln, heißt es in Kreisen der SPD-Medienholding. Ein Sprecher des Süddeutschen Verlages wollte hierzu keinen Kommentar abgeben. Der Münchener Zeitungskonzern mit seinem Flaggschiff „Süddeutsche Zeitung“ war bereits Anfang 2003 an der „Frankenpost“ beteiligt gewesen. Doch mit dem Einstieg der Südwestdeutschen Medien Holding (SMH) müsste sich das Verlagshaus von seinem 70-prozentigen Anteil an der fränkischen Regionalzeitung trennen. Grund hierfür waren Bedenken des Kartellamts wegen der Beteiligung des Frankenpost- Verlags am „Vogtland-Anzeiger“. Das Regionalblatt ist vor allem auf Leser in Sachsen zugeschnitten und überschneidet sich in seinem Verbreitungsgebiet in kartellrechtlich relevanter Weise mit der „Freien Presse“ in Chemnitz. Sie gehört zur Medien Union GmbH, die wiederum an der Südwestdeutschen Medien Holding beteiligt ist.

Wie das Handelsblatt aus Kreisen des Süddeutschen Verlags erfuhr, hat die SPD-Medienholding inzwischen die kartellrechtlichen Bedenken ausgeräumt, indem sie den „Vogtland-Anzeiger“ Anfang September an den Chemnitzer Anzeigenblatt-Verlag Werbe-, Vertriebs- und Dienstleistungsgesellschaft Westsachsen veräußert hat. Zu dem Unternehmen gehört der „Wochenspiegel Sachsen“.

Die SPD-Medienholding hat inzwischen den Frankenpost-Verlag weiter auf Gewinn getrimmt. So wurden die Personalkosten deutlich gedrückt – die Mitarbeiterzahl soll zum Jahresende auf 235 (281) sinken. Damit trägt das Verlagshaus der rückläufigen Auflagenentwicklung der „Frankenpost“ Rechnung. Die Auflage sank im dritten Quartal 2004 auf 59 550 (Vorjahreszeitraum: 61 286) Exemplare.

Unterdessen hat die DDVG ihre 75-prozentige Beteiligung bei der HSI Hamburger Stadtillustrierten Gesellschaft mbH an die Newmex Ventures GmbH verkauft. Zur HSI gehört die „Szene Hamburg“. Das Magazin war erst kürzlich wegen falscher Auflagenmeldungen in die Schlagzeilen geraten. Der SPD-Medienholding gehört die Mehrheit an der „Frankfurter Rundschau“.

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