Suizid-Verdacht

Swisscom-Chef Carsten Schloter ist tot

Schock für die Swisscom: Firmenchef Carsten Schloter ist tot aufgefunden worden. Der Deutsche stand seit 2006 an der Spitze des Schweizer Konzerns. Die Polizei geht von einem Suizid aus.
Update: 23.07.2013 - 18:16 Uhr 10 Kommentare
Swisscom-Chef Carsten Schloter ist tot. Der gebürtige Bayer stand seit 2006 an der Spitze des Unternehmens. Quelle: dpa

Swisscom-Chef Carsten Schloter ist tot. Der gebürtige Bayer stand seit 2006 an der Spitze des Unternehmens.

(Foto: dpa)

Bern/Wien/ZürichDer deutsche Chef des schweizerischen Telekommunikationskonzerns Swisscom, Carsten Schloter, ist tot. Die Polizei hat ihn am Morgen an seinem Wohnort im Kanton Freiburg aufgefunden. Sie geht davon aus, dass der 49-Jährige Selbstmord begangen hat. Wie lange die Ermittlungen dauern werden, sei nicht abzusehen. Übergangsweise übernimmt der Chef des Schweizer Geschäfts, Urs Schaeppi, die Leitung, teilte das Unternehmen mit. Schloter war deutscher Staatsbürger und kam im Jahr 2000 zu Swisscom. Seit 2006 stand er an der Swisscom-Spitze.

Schloter, Vater von drei Kindern, hatte sich jüngst in einem Zeitungsinterview als Opfer der modernen Kommunikationsgesellschaft dargestellt. „Ich stelle bei mir fest, dass ich immer größere Schwierigkeiten habe, zur Ruhe zu kommen“, sagte er der Zeitung „Schweiz am Sonntag“ im Mai. Auch das Auseinanderbrechen seiner Ehe vor ein paar Jahren habe nicht zu einer Änderung geführt. „Ich würde Ihnen gern sagen, dass ich Lehren daraus gezogen habe. Wenn es so wäre.“

„Verwaltungsrat, Geschäftsleitung und die Mitarbeitenden sind zutiefst betroffen und sprechen der Familie und den Angehörigen ihr Beileid aus“, erklärte Verwaltungsratspräsident Hansueli Loosli. Die Schweizer Handelszeitung würdigt den Manager als unermüdlichen Arbeiter, dessen Anspruch Effizienz hieß. Der verstorbene Manager habe dabei jedoch stets Wert auf direkte Kontakte und gemeinsame Momente gelegt.

Auch in Politik und Wirtschaft löste die Nachricht große Betroffenheit aus. Die Schweizer Umwelt- und Kommunikationsministerin Doris Leuthard würdigte Schloter als einen herausragenden Chef und eine Figur, die die Schweizer Wirtschaft geprägt habe.

Die Konkurrenten standen ebenfalls unter Schock. Dies sei „schwarzen Tag“ für die Schweizer Wirtschaft und die Kommunikationsbranche, die einen ihrer besten Manager verliere, erklärte der Wettbewerber Orange. Keiner habe die Schweizer Telekom-Branche und den Wettbewerb so geprägt wie Schloter. „Wir schätzten Carsten Schloter als äußerst weitsichtigen, analytischen und herzlichen Kollegen, der trotz dem harten Wettbewerb ein immer äußerst fairer Mitbewerber war“, erklärte Orange. „Der Tod von Carsten Schloter erschüttert uns sehr, er hatte unseren höchsten Respekt“, sagte auch der Chef des Kabelnetzbetreibers UPC Cablecom, Eric Tveter.

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10 Kommentare zu "Suizid-Verdacht: Swisscom-Chef Carsten Schloter ist tot"

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  • Mein Beileid an die Familie.

    Carsten Schloter war mir nicht persönlich bekannt. Meine Frau hat ihn persönlich erlebt und als sehr positiv empfunden: Intelligent, visionär, charismatisch und sympathisch war er ein excellenter Swisscom Chef und ein sehr guter Vertreter der Deutschen in der Schweiz. Danke Carsten, auch für den guten swisscom service.

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  • Ich bin geschockt. Ich kannte Carsten Schloter noch aus der Zeit als er debitel Chef war. Ein sehr offener und herzlicher Chef der es verstand die Mitarbeiter zu motivieren und die Firma voranzubringen. Solche Manager gibt es selten. Mein Beileid an die Familie. Alle Spekulationen warum er das getan hat sollten hier unterlassen werden, da wir alle keine Ahnung haben was in ihm vorgegangen ist um diesen Weg zu wählen.


  • Ich habe die Meldung zuerst in der NZZ gelesen, dann in der FAZ, dann in der Handelszeitung (CH) und jetzt hier im Handelsblatt, einschließlich der Kommentare.

    Ich kann nur sagen, der Niedergang dieser Zeitung ist atemberaubend.

  • Ich muss Sie korrigieren.
    Manager wird man nicht des Geldes wegen. Es geht darum Visionen in die Tat umzusetzen und sich frei zu entfalten. Das Geld kommt automatisch als Nebenprodukt zu den Fähigen. Soviel zu Ihrem Geldgeil.
    Als Top-Manager wird man schnell einsam, da viele Neider den Erfolg anderer Menschen nicht ertragen können und den Kontakt trotz jahrelanger Freundschaft abbrechen.
    Wenn dann die Familie auseinanderbricht, sich eventuell auch noch ein Burnout einstellt usw. kann es zu einem solchen Unglück kommen.
    Und dann schreiben die unfähigen Neider auch noch unfassbare Kommentare.

  • Vielleicht ist das aber auch die andere Seite der so oft verteufelten und ach so geldgeilen Manager.

    Wie sagte mal ein bekannter von mir: " Manager sein heißt von einer Katastrophe zur nächsten zu eilen."

  • Erpressung als wahre Ursache?
    Suizid als letzte Rettung für Familie und/oder Firma?

  • Soll sich jeder mal informieren wie es dort mit der Rate an psychisch Erkrankten und Suizidraten aussieht.....da wird sich so mancher wundern und fragen wie das im Top Land in Sachen Lebensstandard sein kann...

    Es ist nämlich nicht alles Gold was glänzt und wer z.B. Zürich und die Businesswelt kennt, der weiss genau was ich meine.

  • Da würden SenecAAA im globalen Späh-Zeitalter mit Schweizer-Abwehrwillen schon ein paar mehr Hintergründe interessieren...ein Top-Telekom-Manager im besten Mannesalter und Vater von 3 Jahren soll sich wegen einer seit Jahren zurück liegenden Scheidung und einer Smartphone-"Sucht" selbst umbringen ? Das hält nur das HB für plausibel !? Dann müssten ca. 70% der 40. bis 60 j. Mitteleuropäer akut Suizid gefährdet sein, meint SenecAAA

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

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