Super Bowl
Die Showbühne des Silicon Valley

Der 50. Super Bowl ist nicht nur das übliche Gipfeltreffen der besten US-Footballteams. Das kalifornische Santa Clara ist auch Showbühne für das Silicon Valley. Was sich das Hightech-Tal von dem Mega-Event verspricht.

Santa ClaraAls der Super Bowl das letzte Mal im Silicon Valley gastierte, 1985 im Stanford Stadium von Palo Alto, wurden Morsetechnik und Verteilerschrank im Stadion durch moderne Telefone ersetzt. 3,2 Millionen Dollar investierte die National Football League (NFL) damals in den Ausbau der Kommunikationstechnik. Und ein junges, aufstrebendes Unternehmen – Apple –, spendierte 86.000 mit seinem Regenbogenfarben-Apfel verzierte Sitzkissen, damit die Zuschauer nicht stundenlang auf den harten Holzbänken ausharren mussten.

Es hielt sie allerdings selten auf ihren Kissen, denn Quarterback-Legende Joe Montana führte seinerzeit die heimischen San Francisco 49ers zum Triumph. Steve Jobs nannte die Kissen-Idee laut „Wall Street Journal“ „Apples größten PR-Coup“.

31 Jahre später ist der Super Bowl zurück im Valley: In der Nacht von Sonntag auf Montag spielen in Santa Clara die Carolina Panthers gegen die Denver Broncos. Vom Levi’s Stadium sind es nur wenige Meilen bis zu Apples Hauptquartier in Cupertino. Joe Montana ist mittlerweile 59 und hat die Patenschaft für einen Innovationswettbewerb übernommen, den Microsoft ausgeschrieben hat. Es geht dabei um Apps oder Gadgets, die Spielern und Zuschauern künftig das Football-Leben leichter machen sollen. Und das neue, 1,3 Milliarden Dollar teure Stadion verfügt über ein 660 Kilometer langes Glasfasernetz, das das öffentliche Internet etwa 40 Mal leistungsfähiger macht als bisher.

Unter den Sponsoren und Partnern sind mit SAP, Google, Seagate, Intel, Hewlett-Packard, Yahoo und Intuit etliche Valley- und Hightech-Größen. Auch Apple ist Teil der New-Economy-Förderer, sogar offiziell als Sponsor des Host Committee, des lokalen Super-Bowl-Organisators, schweigt sich aber wie üblich auch auf Nachfrage vor Ort in Cupertino aus, woraus das Engagement denn bestehe. Auf das Recht, als offizieller Sponsor das NFL-Logo benutzen zu dürfen, legt man augenscheinlich auch keinen Wert. Keith Bruce, Vorsitzender des Host Committee: „Apple ist der Ansicht, dass ihr Logo wertvoller sei als der NFL-Schild.“

Rund 50 Millionen Dollar hat das Host Committee an Sponsorengeldern eingeworben. Ein erklecklicher Teil dessen kommt von den Hightech-Größen. Bruce formuliert den Anspruch an „seinen“ Super Bowl wie folgt: „Unser Ziel war es, den technisch fortschrittlichsten Super Bowl aller Zeiten zu veranstalten. Wir leben im Herzen der digitalen Weltwirtschaft, sind die Heimat etlicher Säulen der Branche, und die Gelegenheit sollten wir nutzen.“

Ob Virtual-Reality-Erlebnisse auf der Fanmeile in San Francisco, ob die eigens entwickelte SAP-App, die die etwa 7000 freiwilligen Helfer untereinander vernetzt, die Hardware von Apple, die „Road to 50“-App von Google, eine Art Reiseführer und Veranstaltungs-Katalog für die auswärtigen Fans, oder Intuits Plattform Business Connect, mit der sich Kleinunternehmer wie Blumenhändler, Caterer oder Schildermaler für ihr persönliches Super-Bowl-Business-Modell vernetzen können: Das 50. Jubiläums-Football-Fest von San Francisco ist ein Präsentierteller für das Valley.

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Die Showbühne des Silicon Valley

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Auch Marissa Mayer sitzt im Host Committee

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