T-Mobile-Chef John Legere: Popstar in Magenta

T-Mobile-Chef John Legere
Popstar in Magenta

John Legere ist der Superstar unter den Managern der Deutschen Telekom. In der Konzernzentrale in Bonn gibt sich der T-Mobile-US-Chef ironisch, provozierend und locker. Und wenn es sein muss, dann singt er auch.
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BonnEr kommt in die Halle, sieht sich um, scheint auf Reaktionen zu warten. Einige im Publikum beginnen zu klatschen, aber der große Applaus bleibt aus. Das kennt er anders. John Legere ist der Superstar unter den Managern der Deutschen Telekom. Der Chef der Tochter T-Mobile US hat es nicht nur geschafft, den Mobilfunkanbieter vom Sorgenkind zur Nummer 3 im Markt zu machen, sondern auch sich selber als Marke zu positionieren. Wenn er vor seinen amerikanischen Mitarbeitern auftritt, wird er meist gefeiert wie ein Popstar.

In der Konzernzentrale in Bonn aber bleiben die Mitarbeiter auf ihren Stühlen sitzen. Man sei halt hier kopflastiger, sagt einer später. Trotzdem: Gekommen sind sie in Scharen, um ihn zu sehen. Die Mitarbeiterversammlung wurde kurzfristig angesetzt, weil Legere zu einem jährlichen Treffen der Führungsriege nach Bonn gekommen ist. Der Vorstand weiß, dass die Kollegen den Amerikaner gerne persönlich erleben wollen. Telekom-Chef Timotheus Höttges scherzte auf der Bühne, wenn er alleine zum Townhall-Meeting einladen würde, kämen nur ein Drittel der Kollegen. Aber verstehen kann er es schon. John Legere habe einfach eine unglaubliche Erfolgsgeschichte gezeigt.

Aus T-Mobile US ist ein Senkrechtstarter geworden, der den beiden Marktführern AT&T und Verizon das Leben schwer macht. Unter Führung von John Legere wandelte sich das Unternehmen, wächst stark und ist mit mehr als 71 Millionen Kunden die unangefochtene Nummer 3 im Markt. „Sie machen alles richtig“, sagt Roger Entner, Gründer der Branchenberatung Recon Analytics.

Mit sogenannten „Un-Carrier“-Events drehte John Legere das Image von T-Mobile. Die Werbekampagne der „Befreiung“ von Datenbeschränkungen, Sondergebühren und anderen für den Kunden ärgerlichen Vorschriften, ist sehr geschickt. Der Vorstandschef senkt nicht einfach die Preise, sondern kleidet sie in ein Rebellenimage: Das kleine T-Mobile gegen die Großen wie AT&T. So erstattete er die Wechselgebühr, die andere Anbieter erheben, wenn Kunden vorzeitig aus einem Vertrag austreten. Im Ausland brauchen sie keine Roaming-Gebühren zahlen.

Beliebt ist auch das „Binge-On“: Kunden können so viele Filme, Fernsehshow oder Videos auf ihren Telefonen schauen, wie sie wollen – ohne Aufpreis. „Binge-On“ ist ein neues Phänomen im Internet-Fernsehzeitalter: Das Zuschauer schauen sich gleich mehrere oder alle Folgen einer Serie an. Das endlose Fernsehen auf dem Telefon wird vor allem jüngere Kunden zu T-Mobile locken.

Kommentare zu " T-Mobile-Chef John Legere: Popstar in Magenta"

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  • "Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

    @ Herr Hoffmann

    ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
    Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

    "Herr Fritz Porters23.12.2016, 12:25 Uhr
    Liebe komödiantische Kommentatorengemeinde,

    es ist mal wieder ein Fest wie lustig hier kommentiert wird ...was wäre mein Tag ohne diese wunderbaren Geistesblitze, die hier gepostet werden. Herrlich :-)"


    @Porters

    VIELEN DANK Herr Porters,
    es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
    Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
    Schön das Sie das zu schätzen wissen.

    Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
    Paff, von Horn, Vinci Queri, Delli, Bollmohr, Caruso, Mücke, Eibel,Ebsel, Dirnberger,Trautmann....

    ohne sie wäre ich hier sehr einsam !

    Aber besonders erwähnen möchte einen, der wirklich den ganzen Tag, und damit meine ich von morgens bis abends, aber auch wirklich jeden Artikel kommentiert (er ist fleisiger als ich), und auch die meisten Artikel mehrmals kommentiert.....

    das ist unser geliebter

    SPIEGEL

    Danke

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