T-Mobile droht drastische Strafe
Das iPhone wird zum Zankapfel

Nach einer Entscheidung des Landgerichts Hamburg droht T-Mobile eine drastische Strafe. Für jedes iPhone, das der Mobilfunkkonzern in Verbindung mit einem Zweijahresvertrag verkauft, könnten 250 000 Euro fällig werden. Doch T-Mobile prüft seinerseits Schadenersatzforderungen gegen die Konkurrenten.

HB FRANKFURT/BONN. Die Konkurrenz greift per Gericht die ausschließliche Bindung des Apple-Handys an das Netz von T-Mobile an. Auf eine von Vodafone erwirkte Einstweilige Verfügung kündigte die Telekom-Tochter am Dienstag in Bonn Widerspruch an. Zugleich versicherte das Unternehmen, der Verkauf des neuen Multimedia-Telefons gehe weiter. T-Mobile werde aber die Auflagen des Gerichts beachten.

Vodafone hatte vor dem Landgericht Hamburg dagegen geklagt, dass das iPhone in Deutschland wegen einer elektronischen Sperre nur im T-Mobile-Netz betrieben werden kann. Der Wettbewerber fordert, das Gerät müsse für alle ohne Vertragsbindung erhältlich sein. Vodafone, das im Rennen um den iPhone-Vertrieb der Telekom unterlegen war, fürchtet offenbar auch einen Präzedenzfall. Nach Apple könnten auch andere Hersteller dazu übergehen, besonders attraktive Handy-Modelle an einen Netzbetreiber zu binden.

Das Gericht erließ bereits am 12. November eine Einstweilige Verfügung. Danach wird T-Mobile unter Androhung eines Ordnungsgeldes von 250 000 Euro verboten, das iPhone zu verkaufen, wenn es nur in Verbindung mit einem 24-Monatsvertrag angeboten wird und wenn es durch eine technische Sperre nur über das T-Mobile-Netz betrieben werden kann und der Käufer nicht jederzeit und kostenlos das Gerät entsperren kann.

Ein T-Mobile-Sprecher erklärte, die Anordnung des Gerichts sei am Montag eingegangen. Das Unternehmen habe 48 Stunden Zeit zur Umsetzung ausgehandelt. Bis zur endgültigen Klärung der Rechtslage werde T-Mobile sich an die Auflagen des Gerichts halten. Am Mittwoch wolle T-Mobile mitteilen, was dies genau und vor allem für Kunden bedeutet. Die Telekom-Tochter erklärte zudem, sie behalte sich „die Prüfung von Schadenersatzforderungen in maximaler Höhe“ gegen Vodafone vor.

Offen sei dagegen noch das Vorgehen von T-Mobile im Fall Debitel, sagte ein Sprecher der Telekom-Tochter. Die Bundesnetzagentur bestätigte den Eingang der Beschwerde des Mobilfunkdienstleisters. T-Mobile sei um Stellungnahme gebeten worden, sagte ein Sprecher der Regulierungsbehörde.

Debitel stört sich nach eigenen Angaben ebenfalls an der Koppelung des iPhones an das T-Mobile-Netz. Dies sei unzulässig und nicht verbraucherfreundlich, sagte eine Debitel-Sprecherin. Kunden erhalten das iPhone von Apple in Deutschland nur in Verbindung mit einem zweijährigen T-Mobile-Vertrag. Das Gerät funktioniert ausschließlich im T-Mobile-Netz und ist nur in den Telekom-Läden und über den Internet-Shop des Konzerns zu haben.

T-Mobile-Geschäftsführer Philipp Humm verteidigte die Exklusivvereinbarung mit Apple. Nur so kämen die iPhone-Kunden in den Genuss einzigartiger Funktionen und maßgeschneiderter Tarife. Die Funktion des Geräts im T-Mobile-Netz sei monatelang getestet worden und nur T-Mobile biete bundesweit den für das iPhone nötigen Datenstandard EDGE für die Verbindung ins Internet an. Humm widersprach zudem der Einschätzung, die iPhone-Tarife ab 49 Euro pro Monat seien besonders teuer. Zähle man die darin enthaltenen Pakete für Telefonie, SMS und Daten zusammen, komme man auf eine Ersparnis von 40 Prozent gegenüber den einzelnen Tarifkomponenten.

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