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13.02.2007 

Vodafones Zukauf in Indien fand an der Börse Zustimmung. Der Aktienkurs stieg gestern um rund drei Prozent. Viele Analysten hatten befürchtet, dass das monatelange Ringen um Hutch Essar die Bewertung zu hoch treiben würde. Doch mit einem Unternehmenswert von 18,8 Mrd. Dollar blieb die Übernahme unter den von Analysten befürchteten 20 Mrd. Dollar. Robert Grindle von Dresdner Kleinwort zeigte sich zufrieden und erhöhte das Kursziel für Vodafone. Nur die Analysten der WestLB schreiben, Vodafone habe zu viel bezahlt.

Sarin kündigte an, dass Vodafone in Indien auch Breitband-Dienste im Festnetz anbieten werde. Es sei denkbar, dass auch andere westliche Mobilfunkfirmen auf den indischen Markt kämen, sagte er. Doch im Moment könne er nicht erkennen, dass einer von den anderen drei Anbietern auf der Suche nach einem Partner sei.


Indien ist das neue Dorado

Vodafone ist nach dem Kauf von Hutchison Essar die Nummer vier in Indien. Nur ein paar zehntausend Kunden trennen die Briten von Rang drei, den der Staatskonzern BSNL mit 17 Prozent Marktanteil hält. Vodafone will sich auf 20 bis 25 Prozent vorarbeiten. Analysten erwarten, dass der Weltmarktführer aggressiv auftritt. „Der Wettbewerb wird sich verschärfen, die Gebühren fallen weiter“, sagt Harit Shah von Angel Broking. Das dürfte ein Marktwachstum von weit über sechs Mill. neuen Kunden pro Monat stützen. Erst 13 Prozent der 1,1 Mrd. Inder telefonieren mobil.

Indiens Mobilfunkmarkt zählt zu den am härtesten umkämpften weltweit. Während China Ausländer auf Distanz hält und Konkurrenz auf wenige Staatsfirmen beschränkt, ringen in Indien zwei staatliche und zehn private Anbieter um Kunden. An vier sind Ausländer maßgeblich beteiligt. Die Schlacht um den Massenmarkt hat den Preis einer Gesprächsminute unter zwei Cent fallen lassen.

Marktführer Bharti Airtel gilt als gut gewappnet für den Wettbewerb mit dem bisherigen Partner Vodafone. Der Platzhirsch wächst schneller als Rivalen und hält 22 Prozent Marktanteil. Härter unter Druck gerät die Nummer zwei des Marktes, deren Aktie gestern 4,6 Prozent abrutschte. Reliance Communications will das Netz von der amerikanischen CDMA-Technik auf Europas GSM-Standard umstellen und muss für den Ausbau aus eigener Kraft drei bis vier Mrd. Dollar einsetzen. Mittelfristig könnte sich nun ein Trend zur Konsolidierung beschleunigen, den die Ratingagentur Fitch für „unausweichlich“ hält.

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