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04.10.2006 
Stornierung von Bestellungen

T-Mobile lässt BenQ Mobile im Regen stehen

Die Chancen für die Rettung des insolventen Handy-Herstellers BenQ Mobile haben sich verschlechtert. Deutschlands größter Mobilfunkbetreiber T-Mobile hat seine Bestellungen an die ehemalige Siemens-Tochter vorerst storniert, bestätigte ein Unternehmenssprecher.

Produktion bei BenQ-Mobile in Kamp-Lintfort. Foto: dpaLupe

Produktion bei BenQ-Mobile in Kamp-Lintfort. Foto: dpa

HB DÜSSELDORF. Es gehe um Stückzahlen im niedrigen sechsstelligen Bereich, erklärte T-Mobile. Grund seien ungeklärte Fragen wie künftige Service- und Garantieleistungen. Man sei aber an einer weiteren Zusammenarbeit mit BenQ interessiert.

Branchenkreisen zufolge hat auch die Nummer zwei, Vodafone, Bestellungen bei BenQ Mobile auf Eis gelegt. Ein Vodafone-Sprecher wollte dies nicht bestätigen und sagte, man verhandle mit dem Handyhersteller. Am Donnerstag hatte die taiwanische Konzernmutter alle Zahlungen an ihre deutsche Tochter eingestellt. Für BenQ Mobile, die von Siemens vor einem Jahr verkauft worden war, arbeiten gut 3000 Beschäftigte.

Bundeskanzlerin Angela Merkel erinnerte Siemens erneut an die Verantwortung für die Beschäftigten. „Wie aber soll Vertrauen in die Soziale Marktwirtschaft entstehen, wenn die praktische Erfahrung manchmal eine andere Sprache spricht? Was sagen wir den Mitarbeitern von BenQ, die so mir nichts, dir nichts auf die Straße gesetzt werden sollen“, sagte Merkel in Kiel.

Siemens-Chef Klaus Kleinfeld hatte zuvor mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber (CSU) über mögliche Hilfen für BenQ gesprochen. Kleinfeld schloss dabei erneut aus, die Produktion wieder unter das Dach seines Konzerns zu nehmen. Allerdings prüft Siemens weitere Hilfen für die von der Entlassung bedrohten BenQ-Beschäftigten. Nach einer Welle öffentlicher Kritik hatte der Siemens-Vorstand auf die schon bewilligte Gehaltserhöhung für ein Jahr verzichtet und einen Hilfsfonds von 35 Mill. Euro eingerichtet.

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