T-Mobile-US-Chef Legere
Der wichtigste Mann der Telekom

John Legere macht die US-Tochter der Deutschen Telekom hübsch für einen milliardenschweren Verkauf. Telekom-Chef Höttges lässt dem Exzentriker freie Bahn. Die neuesten Zahlen von T-Mobile US geben ihm Recht.
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New York/FrankfurtMarkenzeichen Magenta-Shirt, Anzug Fehlanzeige: Für einen Topmanager gibt John Legere ein ziemlich ungewöhnliches Bild ab – zur biederen Telekom passt der berufsjugendliche Exzentriker eigentlich ganz und gar nicht. Doch der Chef der US-Tochter T-Mobile genießt das Vertrauen der Konzernführung und darf das Geld mit vollen Händen ausgeben. Für die T-Aktionäre ist der Mann enorm wichtig – denn T-Mobile soll möglichst teuer verkauft werden. Auf wen setzen die Bonner ihre Hoffnungen in den USA?

Legere ist eine Marke: 1,5 Millionen folgen ihm bei Twitter, wenn er im Central Park Joggen geht, wird es live über die Streaming-App Periscope übertragen. Im Werbespot wird der 57-Jährige als Comic-Held stilisiert, der als rebellischer Underdog gegen ein Kartell der US-Mobilfunkriesen wie AT&T oder Verizon kämpft. An einem zu kleinen Ego leidet Legere definitiv nicht. Regelmäßig keilt er gegen die Konkurrenz aus – und das mitunter ziemlich derbe.

Zuletzt knöpfte sich Legere bei Twitter Marcelo Claure vor, den Chef des drittgrößten US-Mobilfunkers Sprint: „You mad, bro?“, „Bist du sauer, Mann?“ - verhöhnte er den Rivalen, der es gewagt hatte, die Werbung von T-Mobile als Schwindel („fake show“) zu bezeichnen. „Marcelo ist wütend [...] weil wir ihnen in den Hintern treten.“ Claure ist nur Legeres jüngstes Opfer – auch Donald Trump, Milliardär und US-Präsidentschaftskandidat, wurde unlängst zur Zielscheibe.

Sich mit ihm anzulegen, das sei, als ob ein Nichtschwimmer sich ins tiefe Wasser wagen würde, tönte Legere kürzlich in einem TV-Interview. Was genau die Angeberei soll, ist nicht ganz klar. Doch er spuckt auch deshalb große Töne, weil die Zahlen für ihn sprechen.

Der Umsatz kletterte im Jahresvergleich um knapp 14 Prozent auf 8,18 Milliarden US-Dollar (7,46 Milliarden Euro), der um Sonderposten bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen legte um ein Viertel auf 1,82 Milliarden Dollar zu. Der Gewinn unter dem Strich lag hingegen knapp acht Prozent niedriger bei 361 Millionen Dollar. Außerdem rechnet Legere mit mehr neuen Kunden als bisher. Nun sollen es zwischen 3,4 und 3,9 Millionen neue Abonnenten nach Abzug von Kündigungen sein.

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Höttges lässt Legere an der langen Leine

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