T-Mobile-Verkauf
Telekom gibt nicht auf

Trotz der Widerstände bleibt die Deutsche Telekom bei dem Plan, ihre US-Mobilfunktochter T-Mobile zu verkaufen. Dafür will sie kämpfen. Doch Juristen bewerten die Erfolgsaussichten als gering.
  • 1

Bonn/WashingtonEin Telekom-Sprecher sagte am Donnerstag, der Konzern werde zusammen mit dem US-Partner AT&T nach Wegen suchen, das 39-Milliarden-Dollar-Geschäft doch noch zu realisieren. Er betonte, das US-Justizministerium, habe bei seinem Veto eine Hintertür offengelassen und erklärt, es sei bereit zu weiteren Gesprächen, wenn die Unternehmen durch Nachbesserungen beim Übernahmeangebot die kartellrechtlichen Bedenken ausräumen könnten. Hier komme die Schlüsselrolle aber AT&T zu.

„Wir hoffen weiter, dass der Deal genehmigt wird. Dafür kämpfen wir. Dafür setzen wir unsere ganze Energie ein“, sagte der Sprecher. Auch vor Gericht werde werde der Konzern für die Transaktion eintreten. Er ließ offen, wie viel Zeit dieser Prozess in Anspruch nehmen wird. Der bisherige Zeitplan für die Übernahme werde sich aber wohl nicht einhalten lassen.

Ein Showdown kann lange dauern und ist unberechenbar. Die Telekom und AT&T werden das Risiko ganz genau kalkulieren. „Es ist sicherlich nicht ungewöhnlich, dass Unternehmen sich den Fall nochmal anschauen und dann entscheiden, dass das Spiel den Einsatz nicht wert ist“, sagte David Smutny, Kartellrechtsanwalt bei der Kanzlei Orrick, Herrington & Sutcliffe. „Es könnte eine Situation entstehen, bei der die Gerichtsauseinandersetzung und der Regulierungsprozess zusammen Monate oder Jahre dauern“, sagte Maury Mechanick, Anwalt für Telekommunikation bei White & Case.

Bislang hatte die Telekom gehofft, das Geschäft im ersten Halbjahr 2012 abschließen zu können. AT&T hatte nach der Ankündigung des Vetos der US-Behörde bereits angekündigt, dass es eine zügige Anhörung anstrebe, um die enormen Vorteile der Fusion unter Beweis stellen zu können.

Die Aktie der Deutschen Telekom erholte sich unterdessen etwas von dem dramatischen Kurseinbruch am Mittwoch und gewann bis zum Donnerstagmittag rund 1,4 Prozent.

Kommentare zu " T-Mobile-Verkauf: Telekom gibt nicht auf"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Jugend(Jungmanager) forscht und probiert..Der Schaden ist immens
    Das hätte man sich doch vorher ausrechnen können. Typisch O...

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%