T-Systems-Chef Pauly geht
Siemens-Affäre erreicht die Telekom

Der Korruptionsskandal bei Siemens hat nun auch Folgen für die Deutsche Telekom. Der Vorstand für die Geschäftskunden-Sparte T-Systems, Lothar Pauly, nimmt seinen Hut. Er war früher hochrangiger Manager in München. Ganz so freiwillig, wie das offiziell dargestellt wird, tut er das aber nicht. Denn sein Abgang kommt der Telekom durchaus nicht ungelegen.

HB/lou BONN/DÜSSELDORF. Pauly habe den Aufsichtsrat der Deutschen Telekom gebeten, ihn von seinen Aufgaben zu entbinden, teilte die Deutsche Telekom am Donnerstag in Bonn mit. Der 48-Jährige ist im Vorstand für das Systemgeschäft, die Produktion, IT und den zentralen Einkauf zuständig. Der Präsidialausschuss des Telekom-Aufsichtsrats habe dem Aufsichtsrat, der am kommenden Mittwoch tagt, empfohlen der Bitte zu entsprechen. Hintergrund des Rückzugs Paulys ist der Verdacht, er könnte in die Schmiergeldaffäre bei Siemens verstrickt sein. Pauly war vor seinem Wechsel zur Telekom Chef der Siemens-Festnetzsparte Com.

Pauly werde im besten gegenseitigen Einvernehmen aus dem Unternehmen ausscheiden, hieß es weiter. Seine Aufgaben solle Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick kommissarisch übernehmen. Eick war gerade erst vom neuen Personalvorstand Thomas Sattelberger als kommissarischer Personalvorstand abgelöst worden. Im Umfeld der Telekom heißt es, es gebe keine neuen Verdachtsmomente gegen Pauly und der Rücktritt sei auch kein Schuldeingeständnis.

Aus Aufsichtsratkreisen verlautete allerdings, Chefkontrolleur Klaus Zumwinkel habe Pauly den Rücktritt nahe gelegt. Er habe angesichts des anhaltenden öffentlichen Drucks damit einen möglichen Schaden von der Deutschen Telekom abwenden wollen. Man habe nicht riskieren wollen, womöglich in einen Skandal verstrickt zu werden.

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