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30.09.2008 
Geschäftskundensparte der Telekom

T-Systems plant Zukäufe in Europa

von Sandra Louven und Jens Koenen

Die Telekom-Geschäftskundentochter T-Systems plant in den kommenden Monaten Zukäufe. So könnte die Geschäftskundensparte der Telekom IT-Abteilungen von Firmen übernehmen – ein großer Deal wird indes nicht erwartet.

Langfristig will T-Systems zu den fünf größten IT-Dienstleistern weltweit gehören. Foto: apLupe

Langfristig will T-Systems zu den fünf größten IT-Dienstleistern weltweit gehören. Foto: ap

MÜNCHEN/FRANKFURT. „Wir wollen zu den größten fünf IT-Dienstleistern weltweit gehören“, sagt Spartenchef Reinhard Clemens. Derzeit liegt T-Systems im weltweiten Ranking der Anbieter von IT- und Telekomdiensten auf Platz neun.

Clemens geht davon aus, dass sich die IT-Branche konsolidieren wird. Er will aber selber keinen börsennotierten Konkurrenten komplett übernehmen. Stattdessen sollen einzelne Geschäftssparten herausgekauft oder die IT-Abteilungen von Unternehmen übernommen werden, um sich so neue Kunden sichern.

„Es ist ein Fehler, Umsatz zu kaufen“, sagt Clemens. Regional kommen für ihn nur europäische Anbieter in Frage, weil er dort den Fokus seines Geschäftes sieht. Inhaltlich konzentriert er sich auf das Geschäft mit öffentlichen Auftraggebern, das derzeit am stärksten wächst. Daneben steht die Automobilindustrie im Fokus, wo T-Systems nach der Übernahme von Gedas bereits führend ist.

Die Finanzbranche dagegen wolle alle IT-Dienste selbst machen, erklärt Clemens. Diese Erkenntnis überrascht, denn erst im März hatte er den indischen IT-Dienstleister Cognizant als Partner für die Systemintegration gewonnen. Cognizant aber hat sich auf die Finanzbranche konzentriert.

Wen Clemens für Zukäufe im Visier hat, will er nicht verraten. In der Branche erwartet niemand einen großen Deal. Dafür stelle die Telekom Clemens kein Geld zur Verfügung, heißt es. In Zeiten der Finanzkrise sei es auch unsinnig, für viel Geld zusätzliche Kapazitäten zu erwerben. Als realistisches Ziel von Clemens sehen Experten deshalb zum Beispiel das britische Geschäft von Siemens IT-Service (SIS). T-Systems spielt in Großbritannien, dem größten IT-Markt Europas, nur eine Nebenrolle.

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