Tablet als Werkzeug
Neuer Schwung fürs iPad

Aktentasche statt Couch: Das Geschäft mit dem iPad schwächelt. Neue Kundschaft sucht Apple nun in der Geschäftswelt – ob bei Fluggesellschaften, Händlern und Versicherungen. Doch auch die Konkurrenz rüstet auf.
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DüsseldorfWenn es um die Rente oder Rendite geht, schalten die meisten Deutschen ab. Geldanlage ist ein abstraktes Thema. Die Deutsche Vermögensberatung AG (DVAG) will sie anfassbar machen – auf einem Touchscreen: Der Finanzdienstleister stattet seine Vertriebler schon seit Jahren mit iPads aus, mehr als 12.000 gehen mittlerweile so ins Verkaufsgespräch. Mit firmeneigenen Apps zeigen sie beispielsweise, wie groß die Versorgungslücke im Alter sein wird, je nach Entwicklung des Einkommens. „Ein iPad ist bestens dafür geeignet, komplexe Inhalte anschaulich und emotional zugleich zu vermitteln“, sagt IT-Vorstand Christian Glanz.

Die DVAG steht für einen Trend: Immer mehr Firmen rüsten ihre Mitarbeiter mit Tablets aus. Das gilt vielleicht nicht für die Controller, die in Excel Zahlenkolonnen aufmarschieren lassen, aber für Vertriebler und Wartungsmechaniker. Dank eigens entwickelter Apps übernehmen die flachen Rechner immer mehr Aufgaben.

Gerade Apple hofft auf die Unternehmensbudgets: Der iPad-Absatz schwächelt, wie die am Dienstagabend vorgestellte Zwischenbilanz unterstreicht. Eine Partnerschaft mit dem einstigen Rivalen IBM soll jetzt den bislang kaum erschlossenen Firmenmarkt öffnen, auch Microsoft setzt jetzt voll auf mobil. Die Computerwelt steht vor einem gewaltigen Umbruch.

Natürlich ist das Tablet kein PC in flach und zum Anfassen. Das liegt zum einen an der Hardware: Die sei noch vergleichsweise unausgereift, schreibt der frühere Microsoft-Manager Steven Sinofsky in seinem Blog. Zum anderen sei für den PC in 20 Jahren ein riesiges Software-Angebot entwickelt worden, um Prozesse in Firmen zu steuern. „Apps scheinen noch nicht so viele Szenarien abzudecken (auch wenn sie Szenarien abdecken, die man auf dem PC gar nicht für möglich gehalten hätte)“, erklärt Sinofsky, der heute für den renommierten Risikoinvestor Adreessen Horowitz arbeitet.

Das beobachtet auch J.P. Gownder: „Dass Tablets sich nicht für die Arbeit eignen, ist ein Missverständnis, das vor allem die Büroarbeiter verbreiten“, sagt der Analyst vom Marktforscher Forrester. Für rechenintensive Aufgaben benötige man zwar einen PC, unterwegs seien die flachen Geräte aber oft ein adäquater Ersatz. Es ist wie mit Schwerlasttransporter und Pickup: Manchmal muss es die große Kapazität sein, manchmal kommt es auf die Beweglichkeit an.

Infografik: iPad-Absatz schrumpft 2. Quartal in Folge | Statista



Der Marktforscher nennt Beispiele:

• Verkäufer können das Tablet gleich auch als Kasse nutzen.

• Ärzte haben so die Krankenakten der Patienten zur Hand.

• Manager können mit dem Tablet unterwegs E-Mails und die Zeitung lesen.

Der Trend zum Tablet dürfte sich in den nächsten Jahren noch deutlich verstärken.

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Firmen investieren kräftig in Tablets

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