
DÜSSELDORF. Ein Urteil wie ein Ritterschlag: Das iPad ist drauf und dran, das populärste Mobilgerät aller Zeiten zu werden. Das schreibt Katy Huberty , prominente IT-Analystin des Bankhauses Morgan Stanley, in ihrem jüngsten Report über den neuen Tablet-Computer von Apple.
Konsequenz: Huberty hat ihre Verkaufsprognose deutlich angehoben - und zwar von sechs auf zehn Mio. Exemplare in diesem Jahr und 15 Mio. verkaufte iPads im nächsten. Und Huberty ist wenige Wochen nach dem weltweit von vielen Apple-Jüngern umjubelten Verkaufsstart nicht alleine. Ihr Kollege Brian Marshall zum Beispiel von BroadPoint AmTech hat seine Verkaufsprognose für den iPad ebenfalls auf zehn Mio. Exemplare angehoben.
Zumindest im Moment sieht es so aus, als ob Apple-Chef Steve Jobs wieder den richtigen Riecher gehabt hat. Das iPad verkauft sich blendend, binnen zwei Monaten sind laut Apple zwei Mio. Stück über die Ladentheken gegangen. Laut Berechnungen des Branchen-Blogs "All Things Digital" macht das 33 000 verkaufte iPads am Tag, 1 388 in der Stunde und 23 in der Minute. Die Frage, ob es für das iPad überhaupt einen Markt gebe, so der IT-Experte Michael Gartenberg von Altimeter Group, sei damit eindeutig mit Ja beantwortet.
Selbst konservative Prognosen rechnen in diesem Jahr noch mit einem Absatz in Höhe von rund 5,5 Mio. und 13 Mio. Stück im Folgejahr. Marktforschungsinstitute wie IDC korrigieren ihre Erwartungen bereits nach oben. Gartner rechnet mit einem Absatz von zehn Mio. Exemplaren. Jetzt kommt die gesamte Computerbranche außerhalb des Apple-Kosmos unter Druck.
"Die Windows-Welt muss antworten", sagt denn auch David Daoud, Analyst des Marktforschungshauses IDC, der Nachrichtenagentur Bloomberg . Aber das wird schwierig. Denn Microsofts Betriebssystem Windows 7 ist einfach zu groß und mächtig, um mit kleinen Prozessoren zu laufen. Die aber sind fast schon zwingend notwendig, damit sich der Stromverbrauch von Tablets in Grenzen hält. Andernfalls reicht die Energie der Akkus eben nicht wie bei Apples iPad für zehn Stunden, sondern wie bei einem unlängst vorgestellten Klon von Asus mit Windows 7 und Intel Dual-Core-Prozessoren an Bord eben nur für sechs Stunden Betrieb. Zu wenig, um wirklich mit dem iPad mithalten zu können.
Microsoft mag sich nach außen gelassen geben; die Gefahr durch das ipad hat man aber sicher auch dort erkannt. Wer das ipad einmal ausgiebig genutzt hat, fragt sich, warum Computer bisher so kompliziert waren. Sicher, es ist kein Ersatz für den bürocomputer und taugt nicht zum Schreiben der Doktorarbeit. Als Mediazentrale in der Wohnung ist es aber sensationell. Mit diesem Gerät werden selbst Menschen zu Computernutzern, die sich bisher technisch überfordert gefühlt haben. Die anderen Hersteller, die Tablets ankündigen müssen sich warm anziehen. Die Usability beim ipad (wie auch schon beim iphone) ist einfach super. Das werden viele auf die Schnelle zusammengschusterte Tablets nicht ereichen und deshalb erfolglos bleiben.
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