Tablet-Markt
HP zementiert Preissenkung für Tablet-PC

Der IT-Riese Hewlett-Packard hält an den ursprünglich befristeten Preissenkungen für seinen Tablet-PC fest. Offensichtlich war der vorherige Preisabstand zu Apple nicht groß genug.
  • 0

San FranciscoSpät, aber immerhin: Hewlett Packard macht doch noch das, wozu alle Marktbeobachter und Analysten bereits im Juni geraten hatten. Die Preise für den Tablet-PC TouchPad werden permanent um 100 Dollar gesenkt und liegen damit nun um genau diesen Betrag unter den Preisen für vergleichbar ausgestattete iPad2 des Angstgegners Apple.

Am vergangenen Wochenende hatte HP erstmals testweise die Preise um diesen Betrag gesenkt und am Montag teilweise (um 50 Dollar) wieder zurückgenommen. Jetzt teilte der IT-Konzern aus Palo Alto mit, dass man “erfreut sei” die Preisaktion in eine permanente Preissenkung umwandeln zu können. Verkaufszahlen des Touchpad hat HP bislang nicht veröffentlicht, aber es sieht so aus, als ob ein Preisabstand von 50 Dollar zu Apple einfach nicht groß genug war. Außerdem wird die Zeit knapp. Bereits im Oktober kommt der nächste Gegner.

Amazon wird mit einem eigenen Tablet-PC auf den Markt drängen. Obwohl es noch keine Einzelheiten zu den Preisen gibt, steht zu erwarten, dass der Internet-Händler zu subventionierten Kampfpreisen verkaufen und die Gewinne, ähnlich wie beim E-Book-Reader Kindle, über die Medienverkäufe erzielen will. Amazon betreibt neben einem Online-Buchgeschäft auch einen Musik- und Software-Store.

Hewlett Packard versucht als bislang letzter der großen IT-Konzerne einen Fuß in den boomenden Markt für tastaturlose Tablet-PC zu bekommen, der mit beinahe erdrückender Übermacht von Apple dominiert wird. HP setzt dabei auf ein eigenes Betriebssystem, das WebOS. Viele zusätzliche Funktionen des Tablets werden allerdings erst mit dem Erscheinen der nächsten Generation der HP-Smartphones verfügbar sein, so dass aktuell der Kaufanreiz zu identischen Preisen wie bei Apple offenbar nicht groß genug war.

Außerdem gibt es noch zu wenige Apps, kleine Zusatzprogramme, für WebOS. Viele Softwareentwickler warten noch ab, ob sich WebOS am Markt durchsetzt, bevor sie Zeit und Geld in WebOS-Produkte investieren. Deshalb muss HP jetzt den Absatz noch vor dem Weihnachtsgeschäft mit allen Mitteln ankurbeln. Die Preisaktion trägt Züge der Verzweiflung, Hewlett Packard verzeichnete im vergangenen Quartal 2011 einen massiven Einbruch beim Verkauf von PC an Privatkunden, die immer öfter statt zu einem Laptops oder Netbook zu einem Tablet-PC greifen. Nach Erhebungen des Marktforschers Canalys ist Apple aufgrund des Tablet-Booms mit 13,6 Prozent Marktanteil bereits zum zweitgrößten PC-Verkäufer (ohne Server-PC) der Welt aufgerückt und droht nun auch die Nummer eins mit 15,7 Prozent, Hewlett Packard, zu entthronen.


Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent

Kommentare zu " Tablet-Markt: HP zementiert Preissenkung für Tablet-PC "

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%