Tablet-PC gegen iPad: Blackberry klont Apple

Tablet-PC gegen iPad
Blackberry klont Apple

Es geht ums Ganze. Mit einem Tablet-PC als Antwort auf Apples iPad, einer neuen Werbeplattform, einer runderneuerten Programmierumgebung und Gebührenstreichungen nimmt Blackberry-Erfinder RIM den Kampf um die Softwareentwickler auf. Längst programmieren die lieber für Apples iPhone, das iPad oder Googles Android. Das soll und muss sich wieder ändern, will RIM auf dem Smartphonemarkt auf die Erfolgsspur zurück. Selbst der Blackberry-Messenger soll zum Facebook-Clone ausgebaut werden.
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SEATTLE. In San Francisco, nur einen Steinwurf entfernt von den Zentralen der mächtigen Gegner Apple und Google, präsentierte RIM am Montag seine Antwort auf Apples Erfolgskonzept AppStore und Googles Android Market. 35 Mio. Anwender laden täglich rund 1,5 Mio. Apps für Blackberry aus dem Web, das hört sich gut an, liegt aber weit hinter den Werten, die die Konkurrenz vorweisen kann. Die vorgestellten Maßnahmen, von attraktiver Hardware, über der zeitweilige Aussetzung aller Gebühren für die Einreichung von Software, bis zur gleichzeitigen Verbesserung der Verdienstmöglichkeiten sollen das ändern.

Co-CEO Mike Lazaridis nahm sich Zeit bis nach dem Mittagessen, bevor er die Katze aus dem Sack ließ. Das Playbook genannte Tablet wird im 2. Quartal 2011 erscheinen, einen 1 Ghz-Prozessor haben, 1 GB-Hauptspeicher, einen Sieben-Zoll-Touchscreen-Bildschirm und wird Adobe Flash-Inhalte abspielen können, letzteres im Gegensatz zum Konkurrenten iPad. Es wird eine Möglichkeit geben, per WLAN in das Internet zu gehen oder ein vorhandenes Mobiltelefon mit Datenplan, vorzugsweise einen Blackberry, als Zugang zu nutzen („Tethering“). Modelle mit 3G oder 4G-Mobilfubkmodulen sollen folgen.

Bei der Präsentation in San Francisco wurde ein neues Betriebssystem angekündigt, das multitaskingfähig sein soll. Das Gewicht wird mit rund 400 Gramm angegeben. Laut Lazaridis wird das Playbook das erste „businesstaugliche Tablet“ sein. RIM könnte allerdings mit seinem Vorstoß - mal wieder - zu spät kommen, Apples iPad wird nach Analystenschätzungen dieses Jahr alleine über elf Mio. iPads verkaufen, weit mehr als alle Experten zu beginn für möglich gehalten hatten. Wenn das Playbook auf den Markt kommt, könnten es insgesamt fast 20 Mio. sein. Zu diesem Zeitpunkt erwarten Marktbeobachter bereits einen ruinösen Preiskampf unter den über 20 Firmen, die bis dahin iPad-Clones auf den Markt geworfen haben werden.

Damit trotzdem möglichst viele Entwickler auch für das neue Spielzeug aus Kanada programmieren, verspricht RIM viele Verbesserungen auf der Abrechnungs- und Programmierseite. Rechnet ein Entwickler einen App-Kauf über das Konto eines Mobilfunkunternehmens ab, verspricht ihm RIM 70 Prozent der Erlöse, neben AT&T als erstem Partner sollen bis Jahresende weitere Provider folgen. Eine zentrale Werbeplattform erlaubt es Programmierern nun, wie bei Apples iPhone, Werbung in ihre Software zu integrieren. Das alles geschieht über RIM als zentrale Clearingstelle. Von den Werbeerlösen erhalten die Softwarefirmen dann 60 Prozent, der Rest geht an RIM.

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