Tabloid-Ableger sollte ursprünglich in Düsseldorf getestet werden
"Welt" nun in Berlin "kompakt"

Anders als geplant hat der Berliner Axel Springer Verlag gestern sein „Welt Kompakt“ in Berlin gestartet. Ursprünglich wollte Europas größter Zeitungskonzern („Bild“) den im kleineren Tabloid-Format erscheinenden Ableger der Tageszeitung „Die Welt“ in Düsseldorf testen.

HB/lip HAMBURG. Das Printhaus begründet die Verlegung unter anderem damit, dass es in der Hauptstadt ein „hohes Potenzial an Nichtlesern“ gebe. Aber auch logistische Vorteile und die Nähe zum Stammhaus sollen den Ausschlag gegeben haben, heißt es in Verlagskreisen.

Acht Wochen lang will der Berliner Zeitungskonzern die 32seitige Kompaktausgabe, die montags bis freitags erscheint und 50 Cent kostet, an den Kiosken anbieten. Anzeigenkunden der „Welt“ können zudem kostenlos im handlichen Ableger inserieren, sagt ein Sprecher. Auch bei einer erfolgreichen Einführung von „Welt Kompakt“, denke man aber nicht daran, das Hauptblatt auf das handliche Format umzustellen. Die „Welt Kompakt soll nicht die Hauptausgabe ersetzen“, sagt ein Sprecher des Verlagshauses. Er weist, damit Branchengerüchte bezüglich eines Formatwechsels der regulären Ausgabe zurück. Hintergrund hierfür ist, dass beispielsweise der britischen „Independent“ die Tageszeitung nach deutlichen Auflagengewinnen ganz auf „Tabloid“ umstellte.

Über die Höhe der verbreiteten Auflage von „Welt Kompakt“ macht der Springer-Verlag keine Angaben. Die Zeitung ist als Vollzeitung konzipiert. Die Inhalte basieren auf dem Angebot der Hauptausgabe. Redaktionsschluss ist um Mitternacht. Sollte der Test erfolgreich verlaufen, will der Springer-Verlag die Zeitung möglicherweise bundesweit vertreiben. Erst vor kurzem hatte Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner betont, dass das Konzept der „Welt Kompakt“ kein Regionalzeitungskonzept sei. Entscheidend sei aber, dass die Hauptausgabe nicht unter dem Ableger leidet. „Sollten überwiegend Welt-Leser zu diesem Produkt greifen, dann werden wir dies sicherlich nicht weiter verfolgen“, sagt Döpfner. Springer will mit „Welt Kompakt“ die hohen Verluste der Hauptausgabe weiter in den Griff bekommen.

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