Tagesordnung noch unter Verschluss
Unvorhergesehene Aufsichtsratsitzung bei Infineon

Eine Sondersitzung des Aufsichtsrats wurde vom Münchener Chiphersteller Infineon für die kommende Woche einberufen. An der Börse zählte die Infineon-Aktie am Dienstag zu den größten Verlierern im Deutschen Aktienindex Dax, was Händler auf fehlende Informationen über den Inhalt der Sondersitzung zurückführten.

HB MÜNCHEN. Ein Infineon-Sprecher bestätigte die Einberufung der AR-Sondersitzung für nächste Woche. Über Inhalt des AR-Treffens wollte er keine Angaben machen. In Branchenkreisen hieß es, auf der Tagesordnung könnten etwa mögliche Übernahmen stehen. Aus Aufsichtsratskreisen verlautete, in der Einladung sei kein Thema genannt worden. Spekulationen, Infineon wolle den schwäbischen Chip-Entwickler Dialog Semiconductor übernehmen, wies dessen Chief Executive Officer Roland Pudelko zurück. Die Aktie von Dialog war zuvor um mehr als 20 % gestiegen.

Infineon-Chef Ulrich Schumacher hatte vergangene Woche erklärt, in den nächsten Jahren werde es zahlreiche Gelegenheiten für Zukäufe geben. „Wir wollen bedeutende Cash-Reserven aufbauen, um darauf vorbereitet zu sein“, sagte er. Milliardenschwere Übernahmen werde es aber nicht geben. Infineon wolle vor allem in Unternehmen investieren, die das eigene Portfolio ergänzten. „Aber ich will auch nicht ausschließen, komplette zusätzliche Geschäfte zu kaufen.“

Die Infineon-Aktie verlor am Dienstag zeitweise rund 4,5 % auf 11,41 € und lag am Abend noch gut zwei Prozent im Minus bei 11,70 €. Händler führten den Kursrückgang der Aktie auf fehlende Informationen über die anberaumte außerordentliche AR-Sitzung zurück. „Die Einberufung der Sondersitzung hat am Markt zu Ratlosigkeit und Unsicherheit geführt“, sagte ein Aktienhändler.

„Mit uns hat niemand gesprochen, definitiv nicht“, sagte Dialog-Chef Pudelko der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag in Kirchheim unter Teck. Gespräche mit dem Vorstand wären aber üblich vor einer Übernahme, fügte er hinzu. „Das würde außerdem strategisch nicht passen, wir haben ja eine enge Kooperation mit (Infineon-Konkurrent) Intel“, sagte Pudelko. Dialog macht einen großen Teil seines Umsatzes mit der ehemaligen Infineon-Muttergesellschaft Siemens. Größter Aktionär des auf Auto- und Mobilfunk-Chips spezialisierten Unternehmens ist die Beteiligungsgesellschaft Apax Partners mit 23 %.

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