Tarifkonflikt mit der Deutschen Telekom
Verdi bleibt bei Telekom-Verhandlungen hart

Im Tarifkonflikt mit der Deutschen Telekom wehrt sich die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi weiterhin gegen die geplanten Gehaltskürzungen und pocht auf mehr Planungssicherheit für die Service-Mitarbeiter. "Diese neun Prozent können so nicht stehen bleiben", sagte Verdi-Verhandlungsführer Lothar Schröder dem Handelsblatt.

DÜSSELDORF. Die Deutsche Telekom bekräftigte am Mittwoch vor der Wiederaufnahme der Verhandlungen noch einmal, dass sie offen für Änderungen ihres Angebots ist. "Die Telekom wird nicht stur sein und sich in allen Dimensionen kompromissfähig zeigen", sagte der neue Personalvorstand, Thomas Sattelberger. "Ich bin fest entschlossen, dass wir in den nächsten Tagen zu einer Einigung kommen"

Am späten Mittwochabend haben die Deutsche Telekom und die Gewerkschaft Verdi ihre Verhandlungen zunächst vertagt. Sie sollten am Donnerstag in Bad Neuenahr fortgesetzt werden, wie ein Telekom-Sprecher sagte.

In dem Konflikt geht es um die Ausgliederung von 50 000 Service-Mitarbeitern in neue Einheiten. Dort sollen sie 38 statt 34 Stunden in der Woche arbeiten und zudem auf neun Prozent ihres Gehaltes verzichten. Die Gewerkschaft hat dagegen protestiert und vor knapp fünf Wochen zum Streik aufgerufen. Auch am Mittwoch legten laut Verdi wieder 13 000 Beschäftigte ihre Arbeit nieder.

Derzeit bemühen sich beide Seiten um eine Deeskalation des Konflikts. Die Telekom hat nach Angaben eines Sprechers den Versand von Briefen an die betroffenen Mitarbeiter ausgesetzt. Ohne eine Einigung mit Verdi wollte der Konzern die Beschäftigten in dieser Woche per Post über ihre neuen Arbeitsbedingungen informieren. Die Telekom will die Ausgliederung notfalls auch gegen den Widerstand der Gewerkschaft wie geplant zum ersten Juli umsetzen. Schröder hatte bereits am Dienstag angekündigt, dass Verdi die Streiks zurückfahren werde, wenn die Telekom die Briefe zurückhalte.

Inhaltlich müssen sich die beiden Parteien aber noch näher kommen. Verdi beurteilt das jüngste Angebot der Telekom weiterhin skeptisch. Das Unternehmen hatte in der vergangenen Woche eine Erfolgsbeteiligung angeboten, um die geplanten Einkommenseinbußen abzufangen. Diese Zahlungen sollen Teil eines variablen Gehalt-Bestandteils sein, der sich aus individuellen und wirtschaftlichen Zielen sowie der Entwicklung der Kundenzufriedenheit zusammensetzt.

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