Taumelnder Chipriese
Renesas hofft auf Nachfrageschub

Der angeschlagene Chipkonzern verlor massiv Marktanteile an ausländische Konkurrenten. Nun hoffen die Japaner auf eine Erholung. doch für das laufende Jahr steht noch ein Rekordverlust an.
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TokioDer ums Überleben kämpfende japanische Chiphersteller Renesas baut seine Hoffnungen auf eine baldige Markterholung. Für das laufende Geschäftsjahr stellt sich der weltweite Branchenfünfte zwar noch auf einen Nettoverlust in Rekordhöhe von umgerechnet 1,56 Milliarden Euro (150 Milliarden Yen) ein. Operativ werden aber wieder schwarze Zahlen angepeilt, wie das Unternehmen am Donnerstag bekanntgab.

"Wir erwarten eine Verbesserung der Halbleiterverkäufe später im Jahr", erläuterte Renesas-Präsident Yasushi Akao. Der Konzern klammert sich vor allem an das Autochip-Geschäft, das als einzige Sparte Gewinne macht und auf dem Weltmarkt führend ist.

Denn in den anderen Abnehmerbranchen stehen die Zeichen schlecht: Die heimischen Konzerne stutzen die Produktion von Fernsehern und in anderen Bereichen der Verbraucherelektronik. Hier bekommen die exportorientierten Hersteller den starken Yen besonders zu spüren. Auch die Chipunternehmen verloren in den vergangenen Jahren massiv Marktanteile an aggressive ausländische Konkurrenten wie Samsung, die in dem erbittert ausgetragenen Preispoker die besseren Karten haben.

Renesas ist das Ergebnis mehrerer Fusionen von ungeliebten Chipsparten japanischer Elektronikriesen. Hitachi, Mitsubishi Electric und NEC sind zusammen noch 90 Prozent an dem taumelnden Halbleiterkonzern beteiligt. Zuletzt sagten sie diesem eine letzte Finanzspritze über umgerechnet gut eine halbe Milliarde Euro zu. Hinzu kamen Bankenkredite in ähnlicher Größenordnung.

Das Geld braucht Renesas zunächst, um sein drastisches Sparprogramm zu finanzieren. 5000 Stellen sollen wegfallen - das sind etwa zwölf Prozent der Belegschaft - sowie die Hälfte der heimischen Produktionsstätten, durch Verkauf oder Schließung. Dies soll verhindern, dass Renesas wie im Februar der heimische Rivale Elpida in die Insolvenz rutscht. Analysten dringen unter anderem jedoch auf eine stärkere Verlagerung der Produktion ins Ausland. Auf Nettobasis hat der Konzern bislang noch keinen Gewinn geschrieben.

Operativ strebt er fürs laufende Geschäftsjahr (bis Ende März) ein Plus von umgerechnet 219 Millionen Euro an. Analysten dagegen erwarteten bislang einen Betriebsverlust von umgerechnet 295 Millionen Euro. Im vergangenen Quartal reduzierte Renesas das operative Minus auf umgerechnet 183 Millionen Euro.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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