Teamviewer
Deutsche Softwarefirma könnte Milliarden einbringen

Der Göppinger Softwarehersteller Teamviewer soll laut einem Bericht im Blickfeld internationaler Beteiligungsfirmen stehen. Das Unternehmen gilt als eines der Aushängeschilder der deutschen Softwarebranche.
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San FranciscoEines der Aushängeschilder der deutschen Softwarebranche zieht einem Agenturbericht zufolge Interesse internationaler Beteiligungsfirmen auf sich. Die Göppinger Teamviewer GmbH könnte ihrem Eigentümer, dem britischen Finanzinvestor Permira, bei einem Verkauf mehr als 1,7 Milliarden Euro einbringen, meldet die Nachrichtenagentur Reuters. Die Technologie-Investoren Hellman & Friedman und Vista Equity Partners böten für den erst 2005 gegründeten Anbieter einer weit verbreiteten Fernwartungssoftware, sagten mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen der Agentur . Eine Entscheidung zum Verkauf könne rasch fallen. Teamviewer wäre damit eines von wenigen deutschen „Einhörnern“ – jungen Technologiefirmen mit einem Wert von mehr als einer Milliarde Euro.

Permira war 2014 für 870 Millionen Euro bei Teamviewer eingestiegen und hatte eigentlich noch gar nicht vor, sich wieder davon zu trennen. Doch waren Anfang des Jahres mehrere Finanzinvestoren wie EQT und Cinven auf die Beteiligungsfirma aus London zugekommen, wie einer der Insider sagte. Daraufhin habe Permira die Finanzberater von Qatalyst aus San Francisco angeheuert. Diese bewerte derzeit die Angebote der beiden Interessenten, nachdem sich EQT und Cinven wieder zurückgezogen hatten. Auch Branchengrößen wie Microsoft, Salesforce und Softbank hätten als mögliche Käufer abgewinkt. Einen formalen Verkaufsprozess gebe es aber nicht. Die genannten Unternehmen wollten sich nicht äußern.

Die Software von Teamviewer, die nicht nur die Steuerung fremder Computer und den Austausch von Daten, sondern auch Telefon- und Videokonferenzen über den Computerbildschirm ermöglicht, zählt nach eigenen Angaben 90 Prozent der 500 umsatzstärksten Unternehmen der Welt zu ihren Nutzern. 20 Millionen Menschen verwenden die Software ständig. Sie hatte rasch Beliebtheit gewonnen, weil sie für private Anwender von jeher kostenlos war.

Im vergangenen Jahr erwirtschaftete Teamviewer bei einem Umsatz von 171 Millionen Euro ein operatives Ergebnis (Ebitda) von 107 Millionen Euro. 2017 soll es auf 130 Millionen Euro steigen. Bei einem Verkauf könnte das Unternehmen mit dem 13-fachen des Ebitda bewertet werden, sagte einer der Insider. In dieser Größenordnung werden auch die Aktien von Konkurrenten wie Citrix und LogMeIn gehandelt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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