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Tech-Gründer: Die neuen Internetmillionäre

Mitte 20, Studienabbrecher – und plötzlich Millionär. In der Internetwelt sind sagenhafte Tüftlergeschichten noch immer möglich. Das neueste Wunderkind heißt David Karp, der seine Blog-Plattform Tumblr an Yahoo verkauft.

Reich gewordenes IT-Wunderkind: Tumblr-Gründer David Karp.
Reich gewordenes IT-Wunderkind: Tumblr-Gründer David Karp.

New York/Düsseldorf Es ist ein Problem, das wohl die meisten jungen Gründer eines viel versprechenden Internet-Startups irgendwann quälen wird: Was tun, wenn das große Geld anklopft? Schnell verkaufen und reich werden? Auf ein besseres Angebot spekulieren? Oder lieber unabhängig, aber arm bleiben?

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David Karp hatte so etwas bisher aus dem Bauch heraus entschieden. Jahrelang, so erzählte der Gründer der Blog-Plattform Tumblr einmal dem britischen „Guardian“, habe er Angebote von Käufern abgelehnt. „Da waren eine Menge Leute, die dich auf die Seite nahmen. Und dann dachtest du, shit, ich könnte mit sehr wenig Aufwand ein ziemlich reicher 23-Jähriger sein“, sagte der Amerikaner. „Wir haben es durchgestanden. Ich kann nicht sagen, dass ich wusste, warum“.

Internet-Suchmaschinen Yahoo will Allianz mit Microsoft beenden

Yahoo hat seit drei Jahren keine eigene Internet-Suchmaschine mehr sondern setzt auf eine Allianz mit Microsoft. Die neue Chefin Marissa Mayer hätte aber laut Medienberichten lieber eine Partnerschaft mit Google.

Das war im Januar 2012. Jetzt, gut anderthalb Jahre später, scheint der 26-Jährige die Sache für sich geklärt zu haben. Tumblr, eine rasant wachsende Plattform mit derzeit 54 Millionen Nutzern, 108 Millionen Blogs und 51 Milliarden Postings, wird für 1,1 Milliarden Dollar an den US-Internetriesen Yahoo verkauft. Am heutigen Montagabend will Yahoo-Chefin Marissa Mayer vor der Presse Details erklären. Karp hält rund 25 Prozent an Tumblr – durch den Deal könnte er mehr als 200 Millionen Dollar kassieren.

Damit ist der schlaksige New Yorker das nächste Tech-Wunderkind, das in jungen Jahren reich wird. Erst im März hatte der 17-jährige Nick D'Aloisio seine Nachrichten-App Summly ebenfalls an Yahoo verkauft – für geschätzte 30 Millionen Dollar. Kevin Systrom und Mike Krieger wurden reich mit Mitte 20, als sie im vergangenen Jahr für eine Milliarde Dollar ihre Foto-Community Instagram dem sozialen Netzwerk Facebook überließen.

  • 21.05.2013, 10:00 Uhrnetshadow

    "Das Internet wird beherrscht von global agierenden Konzernen."

    Paßt doch genau. Wir werden "fit" gemacht für die Globalisierung. Was denken Sie denn womit in Zukunft noch Geld verdient wird? Mit innovativen Produkten?
    Nein, die werden sowieso billig woanders hergestellt, mit Handelsumschlagsplätzen, mit Werbung und Trendsettern, mit Hypes und Ausnutzung der menschlichen Kommunikationsmöglichkeiten. Auch Deutschland wird immer mehr darauf angewiesen sein Konsumenten zu haben, die Arbeit ist lange woanders und wird auch immer weiter automatisiert und verbilligt.
    Zu blöde nur das gerade Deutschland sich diesen Internetgeschäften durch Überregulierung (Gleichschaltung mit dem Rundfunkt) und Gesinnunsschnüffelei, Überwachung und "Rechtesicherung" immer mehr entzieht, und dadurch sich kaum noch einer findet der ähnliche Dienste hervorbringt. Denn das ist bürokratischer und finanzieller Selbstmord, weil eine Besitzstandskaste ihre Krallen fest drin hat.

  • 21.05.2013, 04:53 UhrThorsten

    1,1 Mrd sind gut ausgegebenes Geld, wenn man sich die weltweite Publicity ansieht. Dafür bekommt Yahoo eine Menge Werbung ganz umsonst. Und eine gutgehende Firma noch oben drauf. ABER könnte man sich das Geld nicht sparen? Was wäre wenn die 1,1 Mrd nur ein Fake sind? Vielleicht hat Herr Karp auch "nur" 1,1 Mill Gage als Schauspieler bekommen? Sind sich die Authoren sicher, dass hier alles gut recherchiert wurde?

  • 20.05.2013, 22:25 Uhrpool

    Das Internet wird beherrscht von global agierenden Konzernen.
    Kreditkartenklau zu Hunderttausenden, Mobbing unter Jugendlichen und Erwachsenen, Betrug beim Einkauf (statistisch ist jeder Nutzer im Netz schon mal beschissen worden, viele sind es mehrfach), Totalüberwachung innen und aussen, Drohnenkrieg und Hasspropaganda gegen Einzelne, Staaten und ganze Kontinente, Kapitalkrieg über die Datenautobahnen, Datenhandel, Erpressung, menschenverachtender Voyeurismus - das ist die Realität. Und jetzt ist dieses [...] blatt sich nicht zu schade, aus einer statistisch irrelevanten Grösse eine Goldgräberstimmung abzulesen.

    Wer sich hier beraten lässt für seine Investitionen, der muss schon reichlich auf den Kopf gefallen sein.

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

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