Techniklieferanten sehen Wachstum zunächst in China und Indien
Telekom-Ausrüster geben noch keine Entwarnung

Ausrüster von Telekommunikationsnetzen trauen den ersten Anzeichen für eine Erholung der Branche noch nicht: „Wir hatten ein, zwei Quartale mit viel versprechenden Signalen, die unsere Erwartungen erfüllt haben“, sagte David Murashige, Vice President bei Nortel Networks, dem Handelsblatt auf der Fachmesse ITU Telecom World in Genf. Es sei aber noch zu früh, das Ende der Branchenkrise auszurufen.

GENF. Etienne Fouques, Alcatel-Vorstand und Chef der Mobilfunksparte, drückte es im Handelsblatt-Gespräch so aus: „Wir sehen zwar Licht am Ende des Tunnels, aber die Schatten sind noch nicht endgültig gebannt.“ Ähnlich verhalten äußerten sich Lucent-Chefin Pat Russo und Cisco-Vorstandsvorsitzender John Chambers auf der Genfer Messe.

Seit inzwischen drei Jahren kämpfen die Telekomausrüster mit einem enormen Nachfrageeinbruch. Ihre Kunden, Netzbetreiber wie die Deutsche Telekom und France Télécom, stecken ihr Geld lieber in den Schuldenabbau und investieren nur in das Notwendigste. Einige Aufträge, die Unternehmen wie Nortel, Ericsson und Siemens in den vergangenen Wochen vor allem aus China und den USA bekamen, nährten die Hoffnung auf eine leichte Erholung der Branche. Die Hoffnung sei zwar berechtigt, aber nur im Geschäft mit Mobilfunknetzen, sagte Irwin Jacobs, Chef des US-Konzerns Qualcomm, dem Handelsblatt. „Der Festnetzbereich steht weiterhin unter Druck.“

Und auch regional sind die Zeichen, dass es aufwärts geht, sehr unterschiedlich: „China bietet signifikante Wachstumsraten, und auch Indien entwickelt sich sehr gut“, sagte Jacobs. Für Europa sind die Unternehmen und Branchenkenner aber noch recht skeptisch. „Da ist Vorsicht angebracht“, schreiben Analysten von Morgan Stanley in einer aktuellen Studie. Insgesamt gehen Experten von Credit Suisse First Boston in diesem Jahr noch von einem Umsatzminus der Branche weltweit von etwa 15 % aus. Für 2004 sagen sie ein langsames Wachstum von allenfalls 3 % voraus.

Die Netzausrüster erwarten, dass vor allem Mobilfunknetzbetreiber im nächsten Jahr mehr in die neue Technik UMTS investieren. Außerdem werde langsam ein Austausch der bestehenden Mobilfunkantennen fällig, da einige inzwischen zehn Jahre alt seien, sagte Alcatel-Vorstand Fouques. Mit dem Start von UMTS, der im nächsten Jahr in einigen Ländern ansteht, darunter auch Deutschland, hoffen die Netzausrüster auch auf eine neue Umsatzquelle: „Die Technik ist enorm komplex, das wird daher bei kleineren Mobilfunkbetreibern zu einem Outsourcing ihrer Netze führen“, erwartet Fouques.

Unternehmen wie Alcatel und Lucent stehen schon bereit, um den Netzbetrieb zu übernehmen. Bisher haben sich nur wenige Unternehmen darauf eingelassen. Dazu gehört beispielsweise die Telecom New Zealand. Über einen ähnlichen Deal verhandelt Alcatel jetzt mit dem österreichischen Mobilfunker One.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%