Technikvorstand geht
Aufatmen bei Balda-Aktionären

Seit Monaten kursieren die Gerüchte durch die Szene: der ostwestfälische Mittelständler Balda liefert das Herzstück für das neue iPhone von Apple. Jetzt verlässt der Technikvorstand mit sofortiger Wirkung das deutsche Unternehmen. Doch der Aufsichtsrat gibt Entwarnung: Der Manager hatte mit der revolutionären Touch-Screen-Technologie nichts zu tun.

DÜSSELDORF. Der sofortige Abgang des Technikvorstandes Ralf Ackermann beim ostwestfälischen Handyausrüster Balda soll keine Auswirkungen auf die Zusammenarbeit mit Apple haben. Beide Unternehmen kommentieren die Gerüchte zwar nicht, aber unter Insidern und Analysten gilt Balda als Lieferant der bahnbrechenden Touch-Screen-Technologie des neuen iPhones von Apple, das in diesem Sommer in den USA eingeführt werden soll. Apple plant, bis Ende 2008 zehn Millionen iPhones für 1,6 Milliarden Dollar zu verkaufen.

Wie der Balda-Aufsichtsratsvorsitzende Richard Roy gegenüber dem Handelsblatt erklärte, habe der sofortige Abgang des Technikvorstandes keinerlei Auswirkungen auf die Touch-Screen-Technologie. „Ackermann war für die Handyschalen verantwortlich, nicht für die Screens“, sagte Roy. Durch die Verschlankung des Vorstandes von drei auf zwei Personen werde mehr Verantwortung an die regionalen Führungskräfte in Europa, Asien und Südamerika abgegeben.

Balda hatte bereits im vergangenen 2006 den Vorstandsposten für Vertrieb abgeschafft. „Wir passen unser Unternehmen seiner globalen Ausrichtung an“, sagt Roy. „Die regionalen CEOs haben jetzt die Verantwortung für Technik, Vertrieb, und Ergebnis.“ Damit werde Balda schlanker, schneller in seinen Entscheidungen, und reduziere zudem seine Kosten. Roy: „Wir sind ein sparsames Unternehmen.“

Sönke Iwersen
Sönke Iwersen
Handelsblatt / Leiter Investigative Recherche
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