Technologiebranche: Jenoptik rettet sich über die Ziellinie

Technologiebranche
Jenoptik rettet sich über die Ziellinie

Geschafft - und das trotz Krise. Der Technologiekonzern Jenoptik hat seine Gewinnziele erreicht. Besonders erfolgreich: Militärtechnik. Problematisch hingegen die Sparte, die an der Autoindustrie hängt.

HB BERLIN. Der Technologiekonzern Jenoptik hat trotz der Wirtschaftskrise sein Gewinnziel 2008 knapp erreicht, wagt für dieses Jahr vor dem Hintergrund rückläufiger Aufträge aber keine Prognosen mehr. Das Unternehmen errechnete am Montag einen vorläufigen Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) von 37 Mio. Euro. Dies ist etwas mehr als 2007 und entspricht der Vorhersage. Unter dem Strich soll ein deutlich positives Nettoergebnis stehen. Ein zweistelliger Millionengewinn sei möglich, sagte Vorstandschef Michael Mertin der Nachrichtenagentur Reuters. 2007 hatte Jenoptik trotz eines ähnlichen hohen Ebit wegen hoher Zins- und Steuerbelastungen noch rote Zahlen geschrieben.

Der Umsatz lag den Angaben zufolge leicht unter 550 Mio. Euro und verfehlte das selbstgesetzte Ziel knapp. Auch die seit Jahren angepeilte Umsatzrendite vor Zinsen und Steuern von neun bis zehn Prozent wurde wieder nicht erreicht.

Auftragseingang und-bestand hätten sich in den vergangenen Monaten verringert. Dies liege vorrangig an den Kunden aus der Halbleiter- und Autoindustrie. 2008 habe der Auftragseingang unter dem von 2007 (526 Mio. Euro) gelegen, jedoch die 500-Millionen-Euro-Marke übertroffen. Der Auftragsbestand habe zum Jahresende wohl knapp 400 Mio. Euro erreicht, das sind rund zehn Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

In der Halbleiter-Sparte arbeiten seit Jahresanfang rund 300 Mitarbeiter kurz. Ein deutliches Anziehen der Branchenkonjunktur erwartet der Konzern in diesem Jahr kaum. Positiv habe sich die Militärtechnik entwickelt, wo Umsatz und Ergebnis 2008 um mehr als zehn Prozent stiegen. Die Messtechnik - das sind vor allem Blitzgeräte zur Verkehrsüberwachung - kehrte in die Gewinnzone zurück. Dagegen verzeichnete die Laser-Sparte, die stark an der Autoindustrie hängt, einen deutlichen Rückgang.

Mittel- und langfristig will das Unternehmen weiter einen Umsatz von einer Milliarde Euro erreichen bei einer Ebit-Marge von neun bis zehn Prozent. "Wie viel Zeitverzögerung die aktuelle Konjunkturkrise bringen wird, können wir heute kaum vorhersagen", schränkte Vorstandschef Mertin ein. Zum Wachstum könnten auch Zukäufe beitragen. "Das kann ein Thema sein, dass man sich an einigen Stellen verstärkt", sagte er Reuters.

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