Teileinigung in Tarifstreit
Telekom und Verdi feilen am Kompromiss

Seit Wochen streiken die Telekom-Mitarbeiter gegen die geplante Auslagerung von 50 000 von ihnen in neue Service-Gesellschaften. Die Fronten schienen verhärtet. Nun haben der Konzern und die Gewerkschaft Verdi in einem ersten Punkt eine Einigung erzielt.

HB BAD NEUENAHR. Im Konflikt um die Auslagerung von rund 50 000 Beschäftigten bei der Deutschen Telekom steuern die Tarifparteien auf eine Einigung zu. Am Montag schlossen sie eine erste Teilvereinbarung: In den drei neuen Service-Gesellschaften soll ein Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen bis Ende 2012 gelten. Der Konzern hatte bisher einen Beschäftigungsschutz bis Ende 2011 vorgeschlagen. Die betroffenen Mitarbeiter der Festnetzsparte haben bislang eine Jobgarantie bis Ende 2008.

Die Regelung gilt allerdings nur, wenn sich Management und Gewerkschaft auf ein Gesamtpaket einigen. Heftig gerungen wird vor allem um die Arbeitszeit, die Gehälter und die Einstiegsvergütungen. Verdi befürchtet zudem einen Verkauf der Gesellschaften. Die Telekom hatte bisher das Zugeständnis gemacht, bis Ende 2010 darauf verzichten.

Zum 1. Juli sollen die betroffenen Mitarbeiter ausgelagert werden. In den neuen Gesellschaften sollen sie nach Vorstellung des Telekom-Managements länger arbeiten und weniger verdienen. Verdi-Streikleiter Ado Wilhelm machte deutlich, die Gewerkschaft werde keinem Abschluss zustimmen, der zur Folge habe, dass die Mitarbeiter zum 1. Juli weniger Geld in der Tasche haben als zum 30. Juni.

Verdi kann die Auslagerung nicht verhindern, will aber in den Verhandlungen einen umfassenden Schutz der Mitarbeiter erzielen. In der nunmehr sechsten Woche streiken die Mitarbeiter für bessere Beschäftigungskonditionen als bisher von der Telekom vorgeschlagen.

Die Parteien zeigten sich zuversichtlich, zu einem Gesamtkompromiss zu kommen. Daran werde aber voraussichtlich bis zur letzten Minute gearbeitet, sagte Verdi-Streikleiter Wilhelm. Die Verhandlungen könnten bis zum Mittwoch dauern. Dann trifft sich die Große Tarifkommission von Verdi, um über eine mögliche Einigung zu befinden und eine Urabstimmung zur Beendigung des Streiks zu empfehlen. Seit Freitag wird der Arbeitskampf sukzessive zurückgefahren.

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