IT + Medien

_

Tele-Columbus-Übernahme: Kabel Deutschland macht Zusagen an Kartellamt

Wie kann Kabel Deutschland die Übernahme des Wettbewerbers Tele Columbus retten? Der Marktführer bietet den Verkauf bestimmter Firmenteile an, um das Kartellamt zu besänftigen. Die Antwort steht noch aus.

Gibt sich noch nicht geschlagen: Kabel Deutschland Quelle: dapd
Gibt sich noch nicht geschlagen: Kabel Deutschland Quelle: dapd

MünchenMit Zugeständnissen an das Bundeskartellamt will der Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland die geplante Übernahme von Tele Columbus durchsetzen. Unter anderem sagte der größte deutsche Kabelnetzbetreiber den Wettbewerbshütern den Verkauf von Teilen der Netze zu. Dies betreffe die Tele Columbus-Netze mit den dazugehörigen Verträgen in Berlin, Dresden und Cottbus mit insgesamt 430 000 angeschlossenen Haushalten, teilte das Unternehmen am Mittwoch in München mit. Dadurch würde sich die Transaktion von den ursprünglich geplanten rund 2,1 Millionen angeschlossenen Haushalten um rund ein Fünftel verringern.

Anzeige

Wettbewerbsverzerrungen Kartellamt zeigt Kabel Deutschland die gelbe Karte

Das Bundeskartellamt mahnt Kabel Deutschland und Tele Columbus ab.

Kabel Deutschland hatte die Übernahme von Tele Columbus im Mai vergangenen Jahres angekündigt und will mit dem Zukauf den Rivalen Unitymedia Kabel BW in dessen Verbreitungsgebiet angreifen. Der Kaufpreis für Tele Columbus sollte bei gut 600 Millionen Euro liegen. Das Bundeskartellamt hatte allerdings Bedenken gegen die Übernahme angemeldet. „Der Zukauf von Tele Columbus würde die gemeinsame Marktbeherrschung verstärken“, erklärte die Bonner Behörde, die Übernahmen in der Kabelbranche traditionell skeptisch gegenübersteht.

„Kabel Deutschland teilt die wettbewerbsrechtlichen Bedenken des Bundeskartellamts nicht, hat sich aber entschlossen, zu deren Überwindung die Veräußerung bestimmter Netze von Tele Columbus anzubieten“, erklärte das Unternehmen. Die Antwort soll bis zum 15. Februar erfolgen.

Tele Columbus versorgt rund 1,7 Millionen Kunden mit Kabelanschluss. Das Unternehmen ist überwiegend in Ostdeutschland sowie in Hessen und Nordrhein-Westfalen aktiv und war als letzter großer Kabelbetreiber noch zu haben war. Der deutsche Markt ist ansonsten verteilt: Als Marktführer versorgt Kabel Deutschland Haushalte in 13 Bundesländern mit Fernsehen, Telefon und Internet. Unitymedia Kabel BW ist in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg aktiv. Die beiden großen Kabelkonzerne verfügen in ihren Bundesländern über Gebietsmonopole – Konkurrenz machen sie sich untereinander nicht.

  • Die aktuellen Top-Themen
Klaas Heufer-Umlauf im Interview: „Man kann nicht im stillen Kämmerlein verharren“

„Man kann nicht im stillen Kämmerlein verharren“

Mit seinem Kumpel Joko macht Klaas Heufer-Umlauf Fernsehen für die junge Generation. Im Interview spricht er über starre Medienfirmen, die neue TV-Nutzung, Konkurrenz durch Amazon und Feedback aus dem Internet.

Devisen-Manipulationen: Deutsche Bank soll 5,1 Milliarden Euro zahlen

Deutsche Bank soll 5,1 Milliarden Euro zahlen

Im Skandal um mögliche Devisenmarkt-Manipulationen dürfte die Deutsche Bank eine drastische Strafe erwarten: Mit 5,1 Milliarden Euro müsste sie die größte Einzelstrafe zahlen. Das ergab eine Studie der Citigroup.

  • Business-Lounge
Business-Lounge: Die großen Auftritte der Entscheider

Die großen Auftritte der Entscheider

Premieren, Feste, Symposien oder Jubiläumsfestivitäten – es gibt viele Anlässe, bei denen die Größen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft im Mittelpunkt stehen. Verfolgen Sie die Auftritte in Bildern.

Mit dem Jobturbo durchsuchen Sie mehr als 215.000 Stellenanzeigen  in 36 deutschen Stellenbörsen.
Diese Jobs suchen die Handelsblatt-Leser:
1. Ingenieur   6. Bauingenieur
2. Geschäftsführer   7. Marketing
3. Financial Analyst   8. Jurist
4. Controller   9. Volkswirt
5. Steuerberater   10. Designer