Tele-München-Gruppe profitiert von hoher Nachfrage bei Sendern
Filmhandel beschert Kloiber erneut Rekordergebnis

Die hohe Nachfrage der Fernsehsender nach Filmen und Serien sorgen beim Medienkonzern Tele-München-Gruppe (RTL 2, Tele 5, Cinemaxx) des Rechtehändlers Herbert Kloiber für ein Rekordergebnis.

MÜNCHEN. Der Umsatz stieg nach Unternehmensangaben im vergangenen Jahr um 6,5 Prozent auf 267 Mill. Euro. „In diesem Jahr wollen wir die 300-Million-Euro-Grenze knacken“, sagte Vorstandschef und Gesellschafter Kloiber dem Handelsblatt. Das vorläufige Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) für 2006 beträgt 36 Mill. Euro.

Kloiber besitzt nach dem Zusammenbruch der Kirch-Gruppe vor fünf Jahren die größte Film- und Fernsehbibliothek in Deutschland. Zu seinen Kunden gehören alle großen Sender vom ZDF über Pro Sieben Sat 1 bis hin zur RTL-Senderfamilie. Zur Tele-München-Gruppe gehören außerdem der Fernsehsender Tele 5, die Beteiligung an RTL 2 und am österreichischen Privatkanal ATV.

Kloiber will das Filmgeschäft weiter ausbauen. Der Münchener Medienunternehmer setzt dabei vor allem auf neue Möglichkeiten wie Filmabrufportale (Video-on-Demand). Erst vor wenigen Wochen gründete er mit der On-Demand-Gruppe, einer Tochter der amerikanischen Mediengruppe Sea Change, ein Filmabrufportal. Entsprechende Verträge mit den Kabelkonzernen wie KDG und Unity (Ish, Iesy) seien unterzeichnet. „In den nächsten 30 Monaten wird Video-on-Demand explosionsartig steigen“, ist sich Kloiber sicher. „Für uns geht es in Zukunft darum, alle Rechte einzukaufen, um die neuen Geschäfte voranzutreiben.“ Bisher hatte sich Kloiber vor allem auf den Verkauf von Abspielrechten im frei empfangbaren Fernsehen konzentriert.

2006 hat Kloiber nach eigenen Angaben knapp 104 Mill. Euro in den Ausbau seiner Filmbibliothek investiert. Der Österreicher kauft nicht nur bei den Studios in Hollywood ein, sondern treibt auch die eigene Filmproduktion voran. Derzeit produziert er die Verfilmung von Martin Walsers Novelle „Ein fliehendes Pferd“, die im Herbst in die Kinos kommen wird. Außerdem verfilmt er die Kitsch-Romane von Rosamunde Pilcher. Der Streifen „Die Muschelsucher“ wurde bereits im vergangenen Jahr in 28 Länder verkauft. Zuletzt schnappte Kloiber seinem Konkurrenten Jan Mojto („Napoleon“, „Krieg und Frieden“) mit seiner Filmproduktionsgesellschaft Eos die Koproduktion des Fernsehzweiteilers „Ali Baba und die 40 Räuber“ weg.

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