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19.07.2008 
Abhörskandal in Italien

Telecom Italia und Pirelli am Pranger

Wohin eine Abhörgeschichte führen kann, das zeigen zurzeit italienische Unternehmen. Die Mailänder Staatsanwaltschaft hat die Konzerne Telecom Italia und Pirelli Presseberichten zufolge wegen Korruption angeklagt.

HB ROM. Insgesamt würden rund 30 Verdächtige beschuldigt, in einen 2006 aufgeflogenen Abhörskandal in Italien verwickelt zu sein, berichtete die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Im Zentrum des Skandals steht der frühere Chef für Sicherungssysteme der Telecom Italia, Giuliano Tavaroli. Wie die Zeitung "La Repubblica" berichtete, wirft die Staatsanwaltschaft beiden Unternehmen mangelnde Wachsamkeit vor. Ihnen drohe eine Strafe von jeweils 1,5 Millionen Euro.

Ursprünglich soll der Abhörring zur Überwachung von Telecom-Mitarbeitern eingerichtet worden sein. Das illegale System soll dann jedoch immer weiter entwickelt worden sein, um schließlich jahrelang zahlreiche prominente Politiker, Sportler und Wirtschaftsführer auszuspionieren. Dabei gewonnene vertrauliche Erkenntnisse sollen weiter verkauft oder für Erpressungen genutzt worden sein, was den Kriminellen insgesamt 20 Millionen Euro eingebracht haben soll.

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