14.02.2008

Umstrukturierung: Telecom Italia will Netz stärker öffnen

„Kehrtwende um 180 Grad“: Die italienische Telefongesellschaft wird seine Netzaktivitäten in eine eigene Geschäftseinheit auslagern. Jetzt will man sich auch besser um die Kunden von Drittanbeitern kümmern, sogar Kostensenkungen verspricht das Unternehmen. Doch ganz freiwillig ist der neue Kurs nicht.

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Franco Bernabe, Chef von Telecom Italia, will sein Netz stärker öffnen. Foto: ReutersLupe

Franco Bernabe, Chef von Telecom Italia, will sein Netz stärker öffnen. Foto: Reuters

kk. MAILAND. Telecom Italia will sein Netz stärker externen Kunden öffnen. Wie der Vorstandsvorsitzende des italienischen Telekommunikationskonzerns Franco Bernabe gestern mitteilte, wird das Unternehmen seine Netzaktivitäten in eine eigene Geschäftseinheit unter dem Namen „Open Access“ zusammenfassen und deren Dienste Dritten anbieten.

Mit dieser Entscheidung reagiert der italienische Ex-Monopolist auch auf den Druck der Aufsichtsbehörde, die in jüngster Zeit auf die Ausgliederung des Netzes nach dem Vorbild der British Telecom gedrängt hat. Die Briten haben das Netz in eine eigene Gesellschaft mit dem Namen Open Reach ausgegliedert. Soweit geht Telecom Italia hingegen nicht.

„Open Access ist nicht Open Reach“, machte Bernabe gestern klar, „Open Access ist eine Geschäftseinheit und keine eigene Gesellschaft“. Während die britische Variante das Ergebnis der Vorschriften der Behörden sei, gehe Telecom Italia den umgekehrten Weg. „Wir wollen das Netz aktiv betreiben“, sagte er.

Bernabe räumte ein, dass sich sein Unternehmen bei den Diensten, die Dritten angeboten werden, bislang etwas nachlässig gegenüber den Kunden verhalten hat: „Wir wollen nun eine Kehrtwende von 180 Grad und diese Dienstleistungen aktiv anbieten.“

Open Access wird Teil einer neuen internen Struktur unter dem Namen „Technology & Operations“ sein, die die gesamte Informationstechnik zusammenfasst und nun unter der Leitung von Stefano Pileri steht. Für die neue Einheit sollen insgesamt 20 000 Beschäftigte arbeiten, 10 000 sollen landesweit unter anderem im Reparaturdienst unterwegs sein, weitere 10 000 werden in der Zentrale arbeiten.

Bernabe sprach von erheblichen Kostensenkungen dank der neuen Struktur, die verschiedene Einheiten zusammenlegt: „Wir werden die Investitionen und operativen Kosten deutlich senken können.“ Quantifizieren will er diese Einsparungen jedoch erst Anfang März, wenn das Unternehmen seinen Strategieplan veröffentlicht.

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