Telefonauskunft scheitert erneut im Ausland
Telegate zieht sich aus England zurück

Deutschlands zweitgrößte Telefonauskunft Telegate gibt ihr Geschäft in Großbritannien auf. Das Unternehmen kündigte den Verkauf seiner defizitären britischen Tochter 118866 Ltd an die Investmentfirma Croftacre Holdings an.

HB MÜNCHEN. Alle Arbeitsplätze im schottischen Callcenter seien gesichert, hieß es weiter. Restrukturierungs- oder Sonderbelastungen fielen nicht an, teilte das Unternehmen mit.

Telegate hatte Großbritannien stets als Hoffnungsträger der Auslandsexpansion bezeichnet und einen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag in den 2003 liberalisierten Markt investiert. Telegate hatte jedoch zuletzt seine Unzufriedenheit mit dem britischen Geschäft angedeutet. Der komplette Rückzieher des Managements kommt aber überraschend. „Die aktuelle Markt- und Geschäftsentwicklung in Großbritannien konnte die Unternehmenserwartungen nicht erfüllen“, teilte der Vorstand mit. Der Markt war um 40 Prozent eingebrochen.

Branchenexperten hatten das britische Engagement von Telegate ohnehin skeptisch beurteilt. Der Aktienkurs stieg am Freitag um gut zwei Prozent auf über elf Euro, wohl auch weil Telegate die Gewinnprognose (Ebitda) fürs laufende Geschäftsjahr von 25 auf 29 Mill. Euro anhob. Gründe sind der nicht bezifferte Kauferlös und das laufende Geschäft.

Schon einmal hatte sich das Unternehmen bei der Expansion in den USA eine blutige Nase geholt. Die Verluste durch den Rückzug belasteten Telegate über Jahre. Künftig hat Telegate besonders die Märkte auf Italien und Frankreich im Visier.

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