Telefonbuch-Branche
Gelbe Seiten schlagen Online-Konkurrenz

Telekom-Konzerne weltweit sind derzeit dabei, ihre Gelben Seiten zu stattlichen Preisen zu verkaufen. Bei Investoren gelten die Telefonbuch-Sparten als äußerst attraktiv, zudem sie gegenüber den neuen Online-Wettbewerbern einen entscheidenden Vorteil besitzen.

DÜSSELDORF. Jüngstes Beispiel ist der US-Anbieter Verizon, der Branchenschätzungen zufolge 15 bis 17 Mrd. Dollar für seine Telefonbuchsparte erlösen kann. Am gestrigen Dienstag wurde bekannt, dass ein Konsortium der Finanzinvestoren Providence, Blackstone und Thomas H. Lee ein gemeinsames Angebot abgeben wollen.

Nach Ansicht von Marktbeobachtern sind die Telekommunikationsanbieter gut beraten, ihre Telefonbuchsparten nun abzustoßen: Zum einen gehören sie nicht zum Kerngeschäft, zum anderen können die Konzerne mit dem Verkauf ihrer Gelben Seiten gut ihre Kassen füllen und Schulden abbauen. In der anhaltenden Konsolidierung der europäischen Telekombranche haben sie damit mehr Spielraum für Zukäufe von Wettbewerbern. Das gilt für Verizon ebenso wie für France Télécom, die ihre börsennotierten Pages Jaunes ebenfalls an den Mann bringen will.

Beide Unternehmen können die Einnahmen aus dem Verkauf ihrer Auskunftsbücher gut gebrauchen: Verizon hat Anfang des Jahres den Ferngespräche-Anbieter MCI übernommen. Die Franzosen kauften 2005 den spanischen Mobilfunker Amena und finanzierten dies zum Teil mit einer Kapitalerhöhung.

Für die Pages Jaunes, an denen France Télécom noch 54 Prozent hält, hatte sich zunächst der französische Medien- und Telekommunikationskonzern Vivendi interessiert. Am Dienstag gab der Konzern jedoch bekannt, dass er wegen des hohen Preises, den France Télécom fordert, kein Angebot machen will. Analysten gehen von einem Preis zwischen 3,2 bis 3,4 Mrd. Euro aus.

Auch British Telecom, Telecom Italia und die dänische TDC haben ihre Gelben Seiten bereits zu Geld gemacht. Probleme, die Sparten loszuwerden, hatten sie in der Regel nicht. Sie gelten als attraktiv, weil sie unabhängig von der Konjunkturentwicklung stabile Umsätze liefern. Das Prinzip dabei ist einfach: Jedes Unternehmen, das in den Seiten vertreten sein will, muss für die Aufnahme bezahlen. „Selbst ein Mittelständler, der kaum in Werbung investiert, kann es sich nicht leisten, auf einen Eintrag in den Gelben Seiten zu verzichten“, erklärt Dan Bieler vom britischen Marktforscher Ovum.

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