Telefongerätehersteller
Gigaset will Breitbandgeschäft verkaufen

Der Telefongerätehersteller Gigaset will sein Geschäft mit Breitbandtechnik verkaufen. Die Münchener verhandeln nach Angaben von zwei mit der Situation vertrauten Personen mit der französischen Gores-Tochter Sagem Communications über den Verkauf.

HB MÜNCHEN. Das Unternehmen führe entsprechende Gespräche, sagte ein Sprecher der Tochterfirma des Starnberger Beteiligungsunternehmens Arques am Dienstag zu Reuters. "Es liegt in der Natur der Sache, dass man Geschäfte, die nicht erfolgreich sind, auf den Prüfstand und gegebenenfalls zur Disposition stellt."

Bei einem Eigentümerwechel blieben die Vereinbarungen mit den Arbeitnehmern unberührt, betonte er. Bei der Übernahme der damaligen Siemens-Tochter durch Arques wurde eine Standortgarantie für München und Bocholt bis Oktober 2011 geschlossen. Zudem vereinbarten die Parteien, den Personalstand bis Herbst 2010 um nicht mehr als ein Fünftel zu reduzieren. Die IG Metall forderte das Unternehmen auf, Verhandlungen über die geplante Restrukturierung aufzunehmen.

Gigaset beschäftigt derzeit 2100 Mitarbeiter, davon knapp 1700 in Deutschland. Kreisen zufolge sind von dem angepeilten Verkauf 60 bis 80 Mitarbeiter betroffen. Der Anteil des Breitbandgeschäfts am Gesamtumsatz macht nach Firmenangaben rund ein Zehntel aus. Im Geschäftsjahr 2007/08 hatte das damals noch unter SHC firmierende Unternehmen einen Umsatz von 792 Mio. Euro erwirtschaftet. Kreisen zufolge schwand der Umsatz im Folgejahr allerdings wegen des Einbruchs im Breitbandgeschäft um etwa ein Fünftel.

Der US-Finanzinvestor Gores, zu dem Sagem Communications gehört, hatte im vergangenen Jahr auch die Mehrheit an der Siemens-Telefonanlagensparte SEN übernommen. Siemens hat im vergangenen Sommer gut 80 Prozent an Gigaset an Arques abgetreten und der Tochter eine Mitgift von 50 Mio. Euro mitgegeben. Zudem räumte der Konzern Gigaset eine Kreditlinie über 20 Mio. Euro ein.

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