Telefonica-Ableger
O2 verkauft Hamburger Glasfasernetz

O2 hat sein gesamtes Hamburger Glasfasernetz an Versatel verkauft, wird es aber durch eine Kooperation weiterhin nutzen. In Zukunft will sich das Unternehmen auf die Infrastruktur im Mobilfunk konzentrieren.
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FrankfurtTelefonica verkauft ihr Hamburger Glasfasernetz an die Telekommunikationsfirma Versatel. Mit der Transaktion trenne sich Telefonica von 1000 Kilometern Glasfasernetz in der Hansestadt und einem Rechenzentrum, erklärten beide Unternehmen. Zur Kaufsumme machten die Konzerne keine Angaben. Die unter der Marke „o2“ bekannte Firma zieht sich damit aber nicht aus der norddeutschen Metropole zurück, sondern nutzt künftig die Glasfaserleitungen von Versatel. „Wir konzentrieren uns bei unserer eigenen Infrastruktur auf den Mobilfunk“, sagte eine Telefonica-Deutschland-Sprecherin. Gleichzeitig werde die Zusammenarbeit erweitert - Telefonica dürfe künftig das gesamte Versatel-Leitungsnetz nutzen.

Enge Kooperationen mit Glasfasernetzbetreibern sind für Mobilfunker wichtig, da die Datenmengen rasant steigen. Filme und Internetseiten lasten die Handy-Netze wesentlich stärker aus als Telefongespräche oder SMS. Viele Mobilfunkantennen sind aus Kostengründen aber nicht direkt an die superschnellen Datenleitung, die kreuz und quer durch Deutschland laufen, angebunden, sondern lediglich per Richtfunk. Das sorgt insbesondere auf dem Land für langsame Verbindungen. Telefonica und Co arbeiten deshalb mit Hochdruck daran, ihre Mobilfunkmasten mit eigenen Kabeln an die Glasfasernetze anzuschließen. Seit Sommer 2012 nutzt Telefonica dazu bereits das weitverzweigte Datenleitungsnetz von Platzhirsch Deutsche Telekom.

Telefonica hatte das Hamburger Glasfasernetz 2009 zusammen mit dem Festnetzbetreiber Hansenet für insgesamt 900 Millionen Euro erworben. Gegründet 1995 als Breitband-Anbieter für Hamburg, entwickelte sich Hansenet über die Jahre dank des Marketing-Erfolgs von „Alice“ und Zukäufen zu einem der größten DSL-Betreiber des Landes. Gegen die preisaggressiven Kabelanbieter und die Marketingmacht der Telekom hat das Unternehmen aber kein Rezept. Versatel sitzt in Düsseldorf und gehört dem Finanzinvestor KKR und dem Internetkonzern United Internet („1&1“).

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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