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Telefonica Deutschland: Handy-Anbieter O2 soll an die Börse

Dank des Erfolgs seiner Mobilfunkmarke O2 hat Telefonica Deutschland im letzten Jahr seinen Gewinn gesteigert. Gute Voraussetzungen für einen Börsengang. Die Vorbereitungen dafür haben bereits begonnen.

O2 ist die Erfolgsmarke von Telefonica Deutschland. Quelle: Reuters
O2 ist die Erfolgsmarke von Telefonica Deutschland. Quelle: Reuters

Madrid/MünchenEuropas größter Telekomkonzern Telefónica bereitet einen möglichen Börsengang seiner deutschen Tochter o2 vor. Die Vorbereitungen für ein Listing von Telefonica Deutschland mit seiner Mobilfunkmarke O2 seien begonnen worden, teilte der spanische Telekomkonzern am Mittwoch mit.

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Angesichts der hohen Schuldenlast werde zudem erwogen, das gut laufende Geschäft in Lateinamerika an die Börse zubringen, teilte der Konzern am Mittwoch in Madrid nach einer Sitzung des Verwaltungsrats mit. Die geplante Trennung von nicht-strategischen Geschäftsteilen werde damit beschleunigt, erklärte Telefonica. Zudem trügen die Maßnahmen dazu bei, die Verschuldung 2012 zu senken.

Die deutsche Tochter sei acht bis zehn Milliarden Euro wert, sagte Analyst Carlos Winzer von der Ratingagentur Moody's. "Falls Telefonica einen Teil des Deutschland-Geschäfts an die Börse bringt, können sie einen Mehrheitsanteil behalten und gleichzeitig viel Geld erlösen, um die Verschuldung zu verringern", sagte Winzer. Telefonica äußerte sich weder zur Größenordnung noch zum Zeitplan des Börsengangs.

Telekombranche

Telefónica sitzt auf einem Schuldenberg von rund 57 Milliarden Euro und leidet deutlich unter der Wirtschaftskrise auf dem wichtigen Heimatmarkt. Dagegen laufen die Geschäfte bei der deutschen Mobilfunktochter weitaus besser. o2 profitiert in Deutschland wie auch die Rivalen etwa von E-Plus vom weiter ungebrochenen Trend zu Smartphones und mobilem Internet. Zwischen Januar und März stieg die Zahl der Mobilfunkkunden um 7,1 Prozent auf rund 18,6 Millionen.

Auch beim Umsatz und beim bereinigten operativen Gewinn konnte Telefónica Germans deutlich zulegen. 2011 hatte o2 einen Umsatz von etwa mehr als 5 Milliarden Euro erwirtschaftet. Der operative Gewinn konnte um 13 Prozent auf 295 Millionen Euro gesteigert werden. Nach den Marktführern Deutsche Telekom und Vodafone rangiert o2 hinter der Konkurrenz von E-Plus auf dem vierten Platz im hartumkämpften deutschen Mobilfunkmarkt, bietet aber auch Festnetz- und Internetanschlüsse.

Für 2012 will Telefonica 1,50 Euro je Aktie an die Aktionäre ausschütten, teilte der spanische Konzern am Mittwoch weiter mit. 1,30 Euro je Aktie sollten sie als Dividende erhalten, den Rest durch Aktienrückkäufe.

Bei der spanischen Mutter sind die Zahlen weit weniger erfreulich. Der Konzern muss bis 2015 jährlich sieben bis acht Milliarden Euro an Schulden refinanzieren. Im ersten Quartal musste der Konzern eine Halbierung des Gewinns wegstecken - der Überschuss ging auf 748 Millionen Euro zurück. Vor allem in Spanien trifft es den Konzern: Angesichts der hohen Arbeitslosigkeit wandern viele Spanier zu Billiganbietern ab. Zudem wagte der Konzern einen neuen Schritt, nach dem Neukunden beim Kauf von Smartphones keine Subvention mehr erhalten. Zudem drücken die Schulden auf die Bilanz, auch weil die Zinsen für Kredite im Zuge der Krise deutlich gestiegen sind. Im ersten Quartal sank der operative Gewinn vor Abschreibungen um fast 9 Prozent auf 5,08 Milliarden Euro.

Dabei steuerte das Heimatgeschäft noch ein Drittel zum operativen Gewinn bei - beim Konkurrenten Deutsche Telekom liegt es bei mehr als der Hälfte. Der Löwenanteil stammt mit mehr als der Hälfte inzwischen aus dem Lateinamerika-Geschäft, das möglicherweise ebenfalls an die Börse gebracht werden soll. In Europa ist Telefónica außerdem stark in Tschechien und Großbritannien vertreten.

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