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04.07.2007 
Technikchef soll gehen

Telefónica räumt bei O2 auf

von Sönke Iwersen und Sandra Louven

Die spanische Telekomgesellschaft Telefónica greift bei der deutschen Mobilfunktochter O2 durch: Nach Deutschlandchef Rudolf Gröger muss bald auch IT- und Netztechnik-Chef Alexander Röder seinen Posten aufgeben. Das hat das Handelsblatt aus Unternehmenskreisen erfahren. Unter anderem mit einer eigenen Billigmarke soll der Laden wieder flottgemacht werden. Mitarbeiter müssen gehen.

Technikchef Alexander Röder soll gehen. Foto: O2Lupe

Technikchef Alexander Röder soll gehen. Foto: O2

DÜSSELDORF. Der 58Jährige Röder „steht seit Monaten auf der Abschussliste, es dauert nicht mehr lange“, heißt es. Das Unternehmen selbst will sich dazu nicht äußern. „Wir kommentieren keine Gerüchte oder Personalien“, sagt ein Sprecher.

Vor zwei Wochen erst hatte Gröger seinen Rücktritt bekannt gegeben. Aus der Branche ist zu hören, dass die Spanier ihn wegen zuletzt enttäuschender Zahlen zur Aufgabe gedrängt haben. Nun greifen sie offenbar auch bei der IT durch.

Röder ist für die IT der gesamten O2-Gruppe verantwortlich. Es seien aber kaum Vorschläge von ihm umgesetzt worden, heißt es aus dem Umfeld von O2. Die IT-Systeme von O2 Deutschland beschreiben Experten als viel zu komplex und zu starr. Ein Beleg dafür lieferte Noch-Deutschland-Chef Rudolf Gröger in diesem Frühjahr auf der Computermesse Cebit in Hannover. Dort kündigte EU-Kommissarin Viviane Reding an, dass sie vom Sommer an die Roaming-Preise regulieren wolle.

Im kleinen Kreis kritisierte Gröger das Vorhaben aufs Schärfste: Es würde „Monate dauern“, die Systeme so zu konfigurieren, dass sie den Plänen Redings Rechnung tragen. Nach Ansicht von Experten hatte er Recht – aber nur weil seine Technik so unstrukturiert ist. „Die IT von O2 ist ungeheuer komplex, weil zu viele Systeme nebeneinander entwickelt worden sind“, sagt etwa Dan Bieler vom Marktforscher IDC.

Auch bei der Netzabdeckung von O2 knirscht es. Der Münchener Anbieter hat sein Mobilfunknetz noch nicht komplett ausgebaut. Deshalb liefen im vergangenen Jahr acht Prozent aller O2-Gespräche und damit gut 113 Mill. Minuten über das Netz der Telekom-Tochter T-Mobile. Selbst wenn O2 pro Minute einen Großhandelspreis von nur fünf Cent erhält, wären dies Kosten von knapp 600 Mill. Euro. Das ist eine große Belastung für ein Unternehmen mit einem Jahresumsatz von zuletzt rund drei Mrd. Euro. O2 wollte sich zu den tatsächlichen Kosten nicht äußern.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Mitarbeiter müssen bangen

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