Wegner hat die Vorwürfe 2005 abgestritten. "Ich war mir keiner Schuld bewusst", sagt er. "Ich habe keine Unterlagen weitergegeben." Zumwinkel habe ihm versichert, dass er die Sache nicht weiterverfolge. Dass die Telekom seine Telefonate kontrolliert hat, habe er erst vor drei Wochen aus der Presse erfahren. Der Konzern selbst habe ihn nicht informiert.
Die Telekom hat eingeräumt, 2005 und 2006 Telefondaten missbraucht zu haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen acht Beschuldigte, darunter Ricke und Zumwinkel. Der Verlag Gruner+Jahr - in dem "Capital" erscheint - und die Arbeitnehmervertreter im Telekom-Aufsichtsrat haben Strafanzeige gegen den Konzern erstattet.
"Mich interessiert, welche Verbindungen ausgeforscht wurden, ob etwa auch die Telefone des Betriebsrats überwacht wurden", sagt Wegner. "Gegebenenfalls handelt es sich um eine ganz gezielte Attacke gegen die Arbeitnehmervertreter, gegen die betriebliche Mitbestimmung."
Wegner wehrt sich vehement gegen den Vorwurf, Zumwinkel habe ihn damals nicht bestraft, weil er im Gegenzug sein Wohlverhalten beim geplanten Arbeitsplatzabbau der Telekom gefordert habe. "Das ist völlig absurd", sagt der Betriebsratschef. "Das ist Erpressung. Und ich lasse mich nicht erpressen."

