Telekom-Aufsichtsrat fordert rasche Aufklärung der Spitzelaffäre
Druck auf Obermann wächst

Der Telekom-Aufsichtsrat dringt auf eine schnelle Aufklärung der Spitzelaffäre. Der Präsidialausschuss des Kontrollgremiums hat sich Anfang Mai darauf verständigt, die interne Überprüfung des Skandals bereits in „wenigen Wochen“ abzuschließen, erfuhr das Handelsblatt (Dienstagsausgabe) aus Unternehmenskreisen.

DÜSSELDORF/BERLIN. Gleichzeitig werde der Präsidialausschuss in den nächsten Tagen über das weitere Vorgehen beraten. Damit erhöht der wichtigste Ausschuss des Aufsichtsrats den Druck auf Vorstandschef René Obermann. In dem Ausschuss sitzen Henkel-Aufsichtsratschef Ullrich Lehner, Finanzstaatssekretär Thomas Mirow, Verdi-Funktionär Lothar Schröder und Gesamtbetriebsratschef Wilhelm Wegner.

Die Telekom hatte am Samstag zugegeben, zwischen 2005 und 2006 Telefondaten missbraucht zu haben. Demnach wurden Gespräche von Managern, Aufsichtsräten und Journalisten nachverfolgt, um herauszufinden, wer die Presse mit vertraulichen Informationen versorgt. Trotz der Vorwürfe stellte sich die Bundesregierung am Montag hinter den Telekom-Chef. Der Bund sehe keinen Anlass, das Vertrauen in Obermann infrage zu stellen, hieß es in Regierungskreisen. Obermann hatte eine lückenlose Aufklärung des Falls angekündigt.

Dagegen sagte Aufsichtsrat Schröder dem Handelsblatt: „Wir Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat sind perplex und müssen uns als potenziell Betroffene fühlen.“ Er sei empört über den Umgang des Unternehmens mit dem Aufsichtsrat: „Eigentlich soll der Aufsichtsrat das Unternehmen kontrollieren und nicht umgekehrt.“ Die Telekom verdiene ihr Geld damit, Daten verlässlich und sicher zu behandeln. „Dieses Vertrauen ist gefährdet, wenn sich die Vorwürfe als wahr erweisen“, sagte er.

Die Staatsanwaltschaft Bonn will in dieser Woche entscheiden, ob sie ein Ermittlungsverfahren einleitet. Die Unterlagen seien sehr umfangreich.

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