Telekom-Ausrüster
Avaya sucht einen Käufer für sich

Der US-amerikanische Telekom-Ausrüster Avaya ist derzeit in einem frühen Verhandlungsstadium, Teile oder das gesamte Unternehmen zu verkaufen. Dies berichten das „Wall Street Journal“ und die „New York Times“ in ihren Onlineausgaben. Die börsennotierte Avaya wäre ein sehr interessanter Kaufkandidat.

ruk MÜNCHEN. Zu den Interessenten des in Basking Ridge im US-Bundesstaat New Jersey ansässigen Traditionsunternehmens gehören nach Angaben der Zeitungen vom Dienstag die Rivalen Cisco Systems aus dem Silicon Valley und Nortel Networks aus Kanada sowie die Investmentfirma Silver Lake Partners. Marktbeobachter werten dies als Zeichen einer weiteren Konsolidierung am Markt der „Netzklempner“. Bereits Fakt sind der Zusammenschluss von Lucent und Alcatel sowie die Fusion der Netzwerksparten von Siemens und Nokia.

Avaya war früher ein Geschäftsbereich von Lucent Technologies, die wiederum vom Telekom-Giganten AT+T abstammen. Als Teil der ehemaligen Bell Labs, der Telekom-Schmiede der USA, finden sich eine Reihe von Patenten und technischer Ausrüstungskomponenten im Portfolio des Unternehmens. Sie haben einen besonderen Wert für mögliche Übernehmer wie Cisco oder Nortel. Diese können entsprechende Technikkomponenten gut für die neuesten Entwicklungen auf dem Kommunikationsmarkt brauchen. Dabei ist im Fachjargon von den Next Generation Networks (NGN) oder auch von Triple Play die Rede. In diesem Zusammenhang werden Telefon, Fernsehen und Internetzugang aus einer Leitung angeboten.

Nach dem Bericht des „Wall Street Journal“ ist dieser Markt mittlerweile gut besetzt. So hat im vergangenen Jahr das mächtige Softwarehaus Microsoft eine Allianz mit Nortel verkündet, während Cisco und IBM ihre Kräfte zu diesem Thema vereinigt haben. Dem Vernehmen nach soll Microsoft im Februar dieses Jahres Gespräche mit Avaya wegen einer Allianz geführt haben. Es kam aber zu keinem Abschluss, da Avaya wichtige Anteile seiner „Kronjuwelen“ hätte einbringen müssen.

Für das Finanzunternehmen Silber Lake Partners wäre der Deal interessant, das Avaya über einen hohen Anteil von Barvermögen verfügt und praktisch keine Schulden hat. Derzeit wird das Unternehmen mit etwa 6,1 Mrd. US-Dollar (4,5 Mrd. Euro) bewertet. Avaya hat im vergangenen Jahr 5,2 Mrd. Dollar umgesetzt und 201 Mill. Dollar verdient.

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