Telekom-Ausrüster
Avaya-Verkauf irritiert Analysten

Die Übernahme des Telekom-Ausrüsters Avaya durch die Finanzinvestoren Silver Lake und TPG Capital sorgt ungeachtet der positiven Kursreaktion für Verwirrung in der Branche. Experten vermissen ein gutes Wachstums- und Ausstiegsszenario. Zudem bleiben durch die asiatischen Wettbewerber die Margen auch künftig schwer unter Druck.

jkn/jojo FRANKFURT / MÜNCHEN. Es sei derzeit völlig unklar, was die neuen Eigentümer mit dem Telekom-Ausrüsters Avaya vorhätten, sagte Dan Bieler, Analyst der Marktforschungsgruppe IDC. Synergien seien wesentlich schwerer zu heben als bei den Zusammenschlüssen von Alcatel und Lucent oder den Netzwerksparten von Siemens und Nokia. „Es wird den Private-Equity-Firmen schwer fallen, in den bestehenden Strukturen die Margen schnell zu erhöhen“, sagte Bieler.

Mit Avaya wechselt erneut einer der großen Anbieter von Telekom-Ausrüstungen den Besitzer. Der US-Konzern – Avaya ist eine Abspaltung des Telekomausrüsters Lucent und gehörte davor zum Telekomunternehmen AT&T – ist das sechstgrößte Unternehmen in diesem Markt.

Auch in Deutschland ist Avaya präsent. Der Konzern hatte im November 2004 vom Finanzinvestor KKR die deutsche Tenovis übernommen mit dem Ziel, sich in Europa gegen Siemens zu rüsten. Doch ging diese Rechnung bislang nicht so recht auf. „In Europa ist das Geschäft in jüngster Zeit nicht so gut gelaufen, wie sich das Avaya erhofft hatte“, sagte IDC-Analyst Bieler.

Zudem leidet Avaya an seiner mangelnden Bekanntheit. Um das zu ändern, war der Konzern 2006 als Sponsor und Ausrüster der Fußballweltmeisterschaft in Deutschland aufgetreten. „Die neuen Eigentümer von Avaya haben zwei Möglichkeiten: Entweder sie verkaufen einzelne Teile und konzentrieren sich auf ausgewählte, lukrative Nischen. Oder sie übernehmen einen großen Wettbewerber“, zeichnet Bieler von IDC mögliche Szenarien vor.

Doch genau Letzteres dürfte schwierig werden, da sich viele Anbieter bereits einen starken Partner gesucht haben. So fusionierten Alcatel und Lucent. Auch die beiden Konzerne Siemens und Nokia legten ihre Netzausrüstergeschäfte zusammen.

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