Telekom Austria

Gegenwind aus Osteuropa bremst Umsatz

Zwei Prozent Wachstum hatte die Telekom Austria in diesem Jahr angepeilt. Doch wegen des durchwachsenen Geschäfts in Osteuropa korrigiert der Konzern seine Prognose. Unterm Strich bleibt dennoch ein Gewinn.
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Emfpindlich traf die Telekom Austria auch der unstete Wechselkurs zum weißrussischen Rubel. Quelle: Reuters
Währungsabwertung

Emfpindlich traf die Telekom Austria auch der unstete Wechselkurs zum weißrussischen Rubel.

(Foto: Reuters)

WienDie Telekom Austria nimmt angesichts einer durchwachsenen Bilanz in einigen osteuropäischen Märkten ihre Umsatzprognose zurück. Statt eines Wachstums von zwei Prozent geht das zum Firmenimperium des Milliardärs Carlos Slim gehörende Unternehmen nun von stagnierenden Erlösen aus. Auch im ersten Halbjahr lagen die Umsätze auf dem Vorjahresniveau von 1,94 Milliarden Euro, wie der Konzern am Donnerstagabend mitteilte. „Trotz des gruppenweit guten Ergebnisses erfordert die unterplanmäßige Entwicklung in Südosteuropa eine leichte Anpassung des Ausblicks für das Gesamtjahr“, erklärte die Telekom. An seiner Dividendenprognose von fünf Cent je Aktie hält das Unternehmen jedoch fest.

Die Telekom Austria ist neben ihrem Heimatmarkt in Teilen Zentral- und Osteuropas vertreten. In Weißrussland verbuchte das Unternehmen angesichts der Abwertung der dortigen Währung Umsatzeinbußen. In Bulgarien und Kroatien führten ein harter Wettbewerb, die maue Konjunktur und eine strengere Regulierung zu einem Rückgang.

Diese Übernahmen scheiterten spektakulär
Bank of Scotland - National Westminster Bank 1999
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NatWest-Vorstandsvorsitzender Sir David Rowland (r.) im Jahr 1999: Die National Westminster Bank (NatWest), eine der größten britischen Banken, hat 1999 nach zweieinhalb Monaten den Kampf um ihre Unabhängigkeit verloren. Bieter waren die Royal Bank of Scotland und der Konkurrent Bank of Scotland. Die Bank of Scotland bot 41,74 Milliarden Dollar – zu wenig für die NatWest. Den Übernahmekampf hat die RBS gewonnen.

Quelle: Dealogic

France Telecom - TeliaSonera 2008
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France Telecom-Chef Stephane Richard auf einer Konferenz 2015: Vor sieben Jahren erhoffte sich France Telecom, mit der Übernahme des schwedisch-finnischen Konkurrenten TeliaSonera zum viertgrößten Telekommunikationskonzern der Welt aufzusteigen. Doch beide Konzerne konnten sich auf kein passendes Angebot einigen. Die Franzosen wollten den Konkurrenten für 41,78 Milliarden Dollar kaufen.

Bell Atlantic - Airtouch 1999
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Bell-Atlantic-Chef (l., hier mit GTE-Chef Charles R. Lee) auf einer Pressekonferenz 1998: Um die amerikanische Telekommunikationsfirma AirTouch Communications war im Jahr 1999 offenbar ein Übernahmekampf entbrannt. Obwohl die geplante Übernahme des Telefonkonzerns GTE noch nicht perfekt war, wollte Bell Atlantic den Mobilfunkanbieter kaufen – für 44,05 Milliarden Dollar. Doch zur Übernahme kam es dann doch nicht. Als Grund nannte Bell Atlantic die anstehende Fusion von Airtouch mit dem britischen Mobilfunkunternehmen Vodafone.

General Electric - Honeywell 2000
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General-Electric-Chef Jeffrey R. Immelt spricht vor Mitarbeitern im Jahr 2014: Zunächst schien der umfangreichsten Fusion der Welt im Jahr 2000 nichts im Weg zu stehen. General Electric hat die Bieterschlacht um Honeywell International gewonnen. Die Übernahme kostete General Electric (GE) 44,16 Milliarden Dollar. Doch die EU-Kommission hat die Übernahmeofferte des US-Mischkonzerns General Electric für den Technologieriesen Honeywell kurz darauf abgelehnt. Die Fusion würde für GE eine marktbeherrschende Stellung in der Luftfahrtindustrie schaffen oder verstärken, war die Begründung der Kommission damals.

Comcast - Time Warner Cable 2014
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Ein Fahrzeug von Comcast: Es sollte die Mega-Hochzeit im US-Fernsehmarkt werden. Comcast, der größte Kabelfernseh-Anbieter in den USA, wollte die Nummer zwei, Time Warner Cable, übernehmen. Mitte April 2015 ist der Deal (45,25 Milliarden Dollar) geplatzt. Wettbewerbshüter und Regierung senkten die Daumen. Sie fürchteten eine zu große Marktmacht des neuen Konzerns.

Microsoft - Yahoo 2008
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Microsoft-Chef Satya Nadella im Jahr 2014: Nach einem drei Monate langen Tauziehen hat der Softwareriese Microsoft 2008 sein milliardenschweres Übernahmeangebot für den Internet-Konzern Yahoo zurückgezogen. Beide Seiten konnten sich nicht auf einen Kaufpreis einigen. Nachdem Microsoft das Angebot von 47,48 Milliarden Dollar zum zweiten Mal verbessert hatte, war Yahoo damit nicht zufrieden. Yahoo lehnte das Microsoft-Angebot ab und verlangte weit mehr als 50 Milliarden Dollar.

Comcast- Mediaone 1999
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Mediaone-Chef Charles M. Lillis (l.) und Comcast-Chef Brian Roberts bei einer Pressekonferenz im Jahr 1999: Es hätte wieder eine Elefantenhochzeit gegeben – eine rein US-amerikanische. Comcast hatte 48,65 Milliarden Dollar in Aktien für die Mediaone Group angeboten und damit den Kürzeren gezogen. Mediaone Group hat das Übernahmeangebot des größten US-Telefonkonzerns AT&T akzeptiert.

Dank einer besseren Entwicklung in Österreich und dem laufenden Sparprogramm steigerte die Telekom jedoch ihr bereinigtes operatives Ergebnis (Ebitda) im ersten Halbjahr um gut sieben Prozent auf 665,3 Millionen Euro. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 171 Millionen Euro, nachdem im Vorjahr hohe Abschreibungen in Osteuropa zu einem Verlust von 264 Millionen Euro geführt hatten.

Der Milliardär Slim hält über seinen Konzern America Movil 59,7 Prozent an dem österreichischen Unternehmen. Darüber hinaus ist der Staat mit 28,4 Prozent beteiligt. Knapp zwölf Prozent stehen in Streubesitz.

  • rtr
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