Telekom Austria: Slim bündelt Anteile zu Sperrminorität

Telekom Austria
Slim bündelt Anteile zu Sperrminorität

Der mexikanische Mobilfunkmilliardär Carlos Slim führt die Aktienanteile an der Telekom Austria unter dem Dach einer niederländische Tochtergesellschaft zusammen. Das nährt erneut Spekulationen um eine Übernahme.
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WienDer Telekom-Austria -Großaktionär Carlos Slim hat seine Anteile an dem österreichischen Telekomkonzern zu einer Sperrminorität gebündelt. Sein Mobilfunkkonzern America Movil habe Aktien von einer Familiengesellschaft Slims übernommen und halte nun 26,8 Prozent, teilte die Telekom Austria am Donnerstag mit. Der absolute Anteil, den der mexikanische Milliardär über diverse Beteiligungen an der Telekom hält, habe sich jedoch nicht verändert, sagte ein Sprecher. An der Börse sorgte der Schritt dennoch für Aufsehen: Die Telekom-Aktie machte ihre Verluste wett und schloss gut ein Prozent im Plus.

Slim, der zu den reichsten Männern der Welt zählt, war vor über einem Jahr bei der Telekom Austria eingestiegen. Seither wird in Österreich darüber spekuliert, ob und wann er die Mehrheit an dem ehemaligen Staatskonzern übernehmen könnte. Mitte November hatte America-Movil-Chef Daniel Hajj erklärt, er plane keine feindliche Übernahme. „Ich mag schon das Wort Übernahme nicht. Das klingt nach einer unfreundlichen Aktion. Von uns kann man vieles erwarten, aber nichts Unfreundliches“, hatte er in einem Interview gesagt. America Movil sehe sich vielmehr als „langfristiger und stabiler Kernaktionär“ der Telekom Austria. Ein Pflichtangebot an die übrigen Aktionäre ist nach österreichischem Recht erst ab einem Anteil von 30 Prozent fällig.

Beim Einstieg Slims in die Telekom Austria über diverse Gesellschaften wurden diese Anteile der Telekom zufolge rechtlich nicht zusammengezählt. Die österreichische Übernahmekommission sei jedoch der Ansicht gewesen, dass die Gesellschaften, über die Slim Anteile an der Telekom hält, gemeinsam agieren könnten, hieß es in der Mitteilung. Daher habe der Mexikaner seine Beteiligung nun bei einer Gesellschaft gebündelt. Sie trägt den Namen Carso Telecom und hat ihren Sitz in den Niederlanden.

Finanziell hat sich das Engagement in Österreich für den Mexikaner bislang nicht gelohnt: Kreisen zufolge hatte er bei seinem Einstieg für einen Großteil seines Pakets 9,50 Euro je Aktie bezahlt. Seither ist die Telekom-Aktie jedoch deutlich gefallen und stand am Donnerstag bei 6,60 Euro. Das dürfte er jedoch verkraften können - Slim ringt mit Microsoft-Gründer Bill Gates um den Titel des reichsten Mannes der Welt

Auch in den Niederlanden hatte Slim bislang wenig Erfolg. Eine Stiftung des dortigen Telekom-Konzern KPN schmetterte sein 7,2 Milliarden Euro schweres Übernahmeangebot ab.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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