Telekom-Bespitzelungsäffäre
Verdacht bei T-Systems erhärtet sich

Mit Scheingeschäften sollen Mitarbeiter die Telekom-Tochter um Millionenprovisionen geprellt haben. Als das Unternehmen von den Vorfällen erfuhr, soll ein "alter Bekannter" damit beauftragt worden sein, den Betrug aufzudecken: Ralph Kühn, Chef der Recherchefirma Network Deutschland und einer der Hauptakteure in der Telekom-Bespitzelungsaffäre.

DÜSSELDORF. Im Betrugsverdacht gegen Mitarbeiter von T-Systems, der IT-Sparte der Deutschen Telekom, kommen neue Details ans Licht: Nach Informationen aus dem Konzernumfeld haben mehrere Firmen aus dem Raum Paderborn gemeinsam mit Beschäftigten von T-Systems ein System von Scheingeschäften aufgebaut. So zahlte die Telekom-Tochter ungerechtfertigte Provisionen .

Als der Bonner Konzern im Jahr 2006 von diesen Vorfällen erfuhr, soll die Telekom ausgerechnet Ralph Kühn, den Chef der Berliner Recherchefirma Network Deutschland, beauftragt haben, diese Vorfälle zu untersuchen, heißt es in Unternehmenskreisen. Das Projekt trug den Namen "Zeus". Nach Auskunft seines Anwalts war Kühn für eine Stellungnahme gestern nicht erreichbar.

Kühn gilt als eine der zentralen Figuren in der Telekom-Bespitzelungsaffäre, die seit zwölf Tagen für Schlagzeilen sorgt. Der Konzern hat eingeräumt, Telefonverbindungsdaten von Aufsichtsräten und Journalisten missbraucht zu haben, um einer undichten Stellen auf die Spur zu kommen. Kühn war mit der Auswertung dieser Daten betraut.

Den Auftrag im Fall von T-Systems erhielt Kühn nach Informationen aus dem Telekom-Umfeld von Klaus T., einem Mitarbeiter der Konzernsicherheit, der ebenfalls zu den zentralen Personen im Ausspähskandal gehört.

Am Mittwoch dieser Woche ließ die Staatsanwaltschaft Bochum Telekom-Büros durchsuchen. Die Ermittler haben den dringenden Verdacht, dass die Sparte T-Systems ungerechtfertigte Provisionen über 2,5 Millionen Euro zahlen musste.

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