Telekom-Bilanzzahlen kommen an der Börse gut an
Ricke sieht in Angriff die beste Verteidigung

Die Deutsche Telekom hat in ihrem zehnten Jahr ihr bislang bestes Finanzergebnis erzielt. Wie Vorstandsvorsitzender Kai-Uwe Ricke am Donnerstag in Bonn mitteilte, stieg der bereinigte Konzernüberschuss im Jahr 2005 um 26,7 Prozent oder eine Milliarde Euro auf 4,7 Mrd. Euro. Die Börse reagierte freudig auf die Zahlen.

HB BONN. Die Aktie rückte bis zum Nachmittag mit einem Plus von über zwei Prozent auf den Spitzenplatz im Aktienindex Dax vor. Die Gewerkschaft Verdi rügte das Festhalten am Abbau von 32 000 Stellen.

Analysten zeigten sich zufrieden sowohl mit dem Ergebnis als auch den Geschäftsaussichten der Telekom. „Positiv überraschen konnte einmal mehr das Mobilfunkgeschäft“, erklärte Chris-Oliver Schickentanz von der Dresdner Bank. Das Festnetzgeschäft zeige sich trotz nochmaliger aggressiver Preissenkungen insgesamt in einer soliden Verfassung.

Der stellvertretende Verdi-Vorsitzende Franz Treml kritisierte dagegen den geplanten Personalabbau angesichts der Rekordzahlen als Skandal. Die einseitige Bevorzugung der Aktionäre müsse ein Ende haben. „Diese hervorragenden Geschäftszahlen sind von den Arbeitnehmern erwirtschaftet worden, die jetzt für ihren Einsatz sogar noch bestraft werden sollen.“ Der langfristige Markterfolg der Telekom hänge einzig von der Präsenz bei den Kunden und deren Zufriedenheit abhänge. „Das ist nicht mit weniger Leuten zu machen. Die Telekom muss in ihre Arbeitnehmer endlich investieren“, sagte Treml.

Ricke hielt dagegen, die Gewinne seien Ergebnisse der Vergangenheit. Technische und regulatorische Veränderungen erzwängen den Abbau von Personal, um das Unternehmen für die Zukunft zu sichern. Es sei „seine verdammte Pflicht und Schuldigkeit“, dies jetzt abzuwickeln, wo der Konzern 3,3 Mrd. Euro für freiwilliges Ausscheiden von Mitarbeitern aufbringen könne, sagte Ricke.

Bei jeder Gelegenheit in den vergangenen Jahren hat der Telekom-Chef sein Mantra heruntergebetet: Der Service muss besser werden. Jetzt nimmt der der Vorstand richtig viel Geld in die Hand, um endlich sichtbare Erfolge zu erreichen. Auf 1,2 Milliarden Euro Gewinn will der Konzern im laufenden Jahr verzichten, um seine Position im immer schärfer werdenden Wettbewerb zu verbessern. „Angriff ist die beste Verteidigung“, erklärte Ricke mehrmals am Donnerstag.

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