IT + Medien

_

Telekom-Branche: AT&T bietet Milliardensumme für Mobilfunkfirma Leap

Der US-Mobilfunkmarkt ist gesättigt. Wer wachsen will, muss tief in die Tasche greifen und Konkurrenten übernehmen. AT&T will sich den kleinen Anbieter Leap einverleiben. Gelingt das, fehlt dem Markt ein Querulant.

Eine AT&T-Filiale in San Jose, Kalifornien: Bald könnte der Anbieter Leap in dem Konzern aufgehen. Quelle: ap
Eine AT&T-Filiale in San Jose, Kalifornien: Bald könnte der Anbieter Leap in dem Konzern aufgehen. Quelle: ap

New YorkDie Konsolidierung in der US-Telekom-Branche geht weiter: AT&T will für 1,2 Milliarden Dollar das Mobilfunk-Unternehmen Leap Wireless International übernehmen. Das am Freitag nach Börsenschluss angekündigte Angebot von 15 Dollar je Leap-Aktie entspricht einem Aufschlag von 88 Prozent auf den Schlusskurs. Leap hat etwa fünf Millionen Kunden, AT&T mehr als 100 Millionen. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte im vergangenen Jahr von Gesprächen zwischen den beiden Unternehmen berichtet. Der Branchenzweite AT&T sucht nach Möglichkeiten, im gesättigten nordamerikanischen Markt seine Stellung im Mobilfunk zu verbessern.

Anzeige

Die Übernahme muss zwar noch genehmigt werden. Experten gingen jedoch davon aus, dass eine Zulassung erteilt werden wird, da Leap zu den kleineren Anbietern gehört. Ein Kartellrechtsexperte, der namentlich nicht genannt werden wollte, wies darauf hin, dass Leap den Ruf eines Querulanten habe, der unter seiner Marke Cricket die Preise drücke. „Aus Sicht des Verbrauchers ist das wohl eher schade“, sagte er zu der Übernahme. Wenn AT&T erstmal bei Leap das Sagen habe, werde dieser Kontrollmechanismus im Markt entfallen.

Das sind die größten Telekommunikationsunternehmen

  • Platz 10

    Deutsche Telekom - 37,05 Milliarden Euro

  • Platz 9

    Telstra (Australien) - 42,84 Milliarden Euro

  • Platz 8

    NTT (Japan) - 43,13 Milliarden Euro

  • Platz 7

    Telefonica (Spanien) - 46,31 Milliarden Euro

  • Platz 6

    NTT Docomo (Japan) - 47,99 Milliarden Euro

  • Platz 5

    America Movil (Mexiko) - 66,96 Milliarden Euro

  • Platz 4

    Verizon (USA) - 93,38 Milliarden Euro

  • Platz 3

    Vodafone (Großbritannien) - 94,26 Milliarden Euro

  • Platz 2

    AT & T (USA) - 145,27 Milliarden Euro

  • Platz 1

    China Mobile - 177,02 Milliarden Euro

    Ranking nach Marktkapitalisierung (Dezember 2012) - Quelle: Bloomberg

Das Geschäft reiht sich ein in eine Serie von Übernahmen und Zusammenschlüssen auf im amerikanischen Telekom-Sektor. Vor einigen Tagen übernahm Softbank Sprint. Im April fusionierten T-Mobile USA und MetroPCS. „Beim Mobilfunk hat die nächste Welle der Konsolidierungen begonnen“, sagte Analyst Jeff Kagan. Es seien weitere Zusammenschlüsse zu erwarten.

  • 13.07.2013, 11:44 Uhrbabsack69

    Ab einer gewissen Größe eines Konzerns gibt es für ihn nur noch eine Daseinsberechtigung,und die heißt,alles zu fressen,was ihm über den Weg läuft.Hoffen kann man nur,dass er sich dabei irgendwann ordentlich verschluckt,denn solche Monster sind eine Bedrohung,die man nicht unterschätzen sollte.

  • 13.07.2013, 10:28 UhrOrange

    KPN is the next...

  • Die aktuellen Top-Themen
Kapitalerhöhung: Zyperns Bank stopft Lücken

Zyperns Bank stopft Lücken

Die Bank of Cyprus, größte Bank Zyperns, steht weiter mit Milliardenverlusten in der Kreide. Um den Stresstest der Europäischen Zentralbank zu bestehen, erhöhte es seine Kernkapitalquote. Das stopft aber nur Lücken.

Online-Bezahldienst: Wirecard schreibt schwarze Zahlen

Wirecard schreibt schwarze Zahlen

Satte Umsatzsteigerung für Wirecard: Der Online-Bezahldienst setztee im neuen Quartal seine Fahrt nach oben fort. Das Unternehmen kann 23,8 Prozent mehr Umsatz und Gewinn in seine Bücher schreiben.

  • Business-Lounge
Business-Lounge: Die großen Auftritte der Entscheider

Die großen Auftritte der Entscheider

Premieren, Feste, Symposien oder Jubiläumsfestivitäten – es gibt viele Anlässe, bei denen die Größen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft im Mittelpunkt stehen. Verfolgen Sie die Auftritte in Bildern.

Mit dem Jobturbo durchsuchen Sie mehr als 215.000 Stellenanzeigen  in 36 deutschen Stellenbörsen.
Diese Jobs suchen die Handelsblatt-Leser:
1. Ingenieur   6. Bauingenieur
2. Geschäftsführer   7. Marketing
3. Financial Analyst   8. Jurist
4. Controller   9. Volkswirt
5. Steuerberater   10. Designer