Telekom-Branche: AT&T bietet Milliardensumme für Mobilfunkfirma Leap

Telekom-BrancheAT&T bietet Milliardensumme für Mobilfunkfirma Leap

Der US-Mobilfunkmarkt ist gesättigt. Wer wachsen will, muss tief in die Tasche greifen und Konkurrenten übernehmen. AT&T will sich den kleinen Anbieter Leap einverleiben. Gelingt das, fehlt dem Markt ein Querulant.
  • 2

New YorkDie Konsolidierung in der US-Telekom-Branche geht weiter: AT&T will für 1,2 Milliarden Dollar das Mobilfunk-Unternehmen Leap Wireless International übernehmen. Das am Freitag nach Börsenschluss angekündigte Angebot von 15 Dollar je Leap-Aktie entspricht einem Aufschlag von 88 Prozent auf den Schlusskurs. Leap hat etwa fünf Millionen Kunden, AT&T mehr als 100 Millionen. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte im vergangenen Jahr von Gesprächen zwischen den beiden Unternehmen berichtet. Der Branchenzweite AT&T sucht nach Möglichkeiten, im gesättigten nordamerikanischen Markt seine Stellung im Mobilfunk zu verbessern.

Die Übernahme muss zwar noch genehmigt werden. Experten gingen jedoch davon aus, dass eine Zulassung erteilt werden wird, da Leap zu den kleineren Anbietern gehört. Ein Kartellrechtsexperte, der namentlich nicht genannt werden wollte, wies darauf hin, dass Leap den Ruf eines Querulanten habe, der unter seiner Marke Cricket die Preise drücke. „Aus Sicht des Verbrauchers ist das wohl eher schade“, sagte er zu der Übernahme. Wenn AT&T erstmal bei Leap das Sagen habe, werde dieser Kontrollmechanismus im Markt entfallen.

Das Geschäft reiht sich ein in eine Serie von Übernahmen und Zusammenschlüssen auf im amerikanischen Telekom-Sektor. Vor einigen Tagen übernahm Softbank Sprint. Im April fusionierten T-Mobile USA und MetroPCS. „Beim Mobilfunk hat die nächste Welle der Konsolidierungen begonnen“, sagte Analyst Jeff Kagan. Es seien weitere Zusammenschlüsse zu erwarten.

Kommentare zu " Telekom-Branche: AT&T bietet Milliardensumme für Mobilfunkfirma Leap"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 7:30 bis 21 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Ab einer gewissen Größe eines Konzerns gibt es für ihn nur noch eine Daseinsberechtigung,und die heißt,alles zu fressen,was ihm über den Weg läuft.Hoffen kann man nur,dass er sich dabei irgendwann ordentlich verschluckt,denn solche Monster sind eine Bedrohung,die man nicht unterschätzen sollte.

  • KPN is the next...

Serviceangebote