Telekom-Branche
Vodafone sorgt für Beruhigung

Manchmal reichen schon langweilige Zahlen und die Bestätigung der Jahresprognose, um Anleger zufrieden zu stellen: Vodafone hat für das zweite Quartal wie erwartet einen Umsatzanstieg bekanntgegeben. Die Börse reagiert trotzdem positiv.

HB LONDON. Südafrika und Indien haben das Wachstum des britischen Mobilfunkkonzerns Vodafone im abgelaufenen Quartal gestützt. Trotz einer schwächeren Entwicklung in Europa konnten die Briten ihre Umsätze damit auch dank positiver Währungseffekte steigern. An seiner Prognose für das Gesamtjahr hielt Vodafone-Chef Vittorio Colao fest, was an der Börse mit einem Kursanstieg von rund zwei Prozent belohnt wurde.

Doch die Briten leiden in Europa unter Auswirkungen der Wirtschaftskrise: Im Mobilfunk drückt der harte Preiswettbewerb und eine strengere Regulierung für Auslandsgespräche. Hinzu kommt, dass die Einnahmen aus Roaming-Gebühren sinken, weil Geschäftskunden ihre Reisebudgets kürzen und weniger im Ausland telefonieren. Auf organischer Basis schrumpften die Serviceumsätze in Europa um mehr als vier Prozent. Während sich der Umsatzrückgang in Spanien zu stabilisieren scheine, habe sich die Situation in Großbritannien und Deutschland noch verschlechtert, sagte Colao. Einzig in den Niederlanden und Italien konnte Vodafone wachsen.

In Deutschland drückten zusätzlich Kürzungen für die Gebühren aus fremden Netzen auf die Umsätze, welche die Regulierungsbehörde durchgesetzt hatte. Im Prepaid-Segment bleibe der Wettbewerb immens, sagte Colao. Der daraus resultierende niedrigere durchschnittliche Umsatz je Kunde (ARPU) konnte nur teilweise durch ein starkes Wachstum bei mobilen Datendiensten ausgeglichen werden. Mit seiner Festnetztochter Arcor gewann Vodafone 81 000 neue DSL-Kunden und kommt nun eigenen Angaben zufolge auf einen Marktanteil von 13 Prozent. Die deutsche Tochter liefert den größten Umsatzbeitrag in Europa.

Außerhalb von Europa liefen die Geschäfte für die Briten nicht schlecht: In Indien stiegen die Serviceumsätze bei konstanten Währungen um 23 Prozent. Mit einem Marktanteil von 18 Prozent erreicht Vodafone inzwischen 37 Prozent der Bevölkerung auf dem Subkontinent. Die Tochter Vodacom in Südafrika legte ebenfalls zu. Sorgenkind bleibt nach wie vor die Türkei. Dort brachen die Umsätze um 11,2 Prozent ein und Vodafone arbeitet nach wie vor daran, profitabel zu werden.

Alles in allem konnten die Briten in ihrem ersten Geschäftsquartal den Umsatz unter anderem dank positiver Währungseffekte und zusätzlicher Anteile an Vodacom um 9,3 Prozent auf 10,74 Mrd. britische Pfund (12,5 Mrd Euro) steigern. Gewinnziffern wurden in dem Zwischenbericht nicht ausgewiesen.

Weltweit kam Vodafone in seinem ersten Geschäftsquartal auf 315,3 Mio. Kunden, acht Mio. mehr als im Quartal zuvor. An seiner bisherigen Prognose für das laufende Geschäftsjahr hielt Colao fest, kündigte jedoch für November Anpassungen an die aktuelle Währungsentwicklung an. Dann soll auch über den Fortschritt der bisherigen Sparanstrengungen berichtet werden.

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