Telekom braucht eine Sendelizenz
Bundesliga-TV der Telekom kommt vor die Medienaufsicht

Die Medienaufsicht KEK nimmt das im Internet-Fernsehen ausgestrahlte Bundesliga-Programm der Deutschen Telekom unter die Lupe. Die Experten wollen die Frage klären, ob das Programm gegen den verfassungsrechtlichen Grundsatz der Staatsferne des Rundfunks verstößt.

HB POTSDAM. Dies wäre dann der Fall, wenn die zu einem maßgeblichen Teil noch in Staatsbesitz befindliche Telekom nicht nur die technische Plattform für das Programm stellt, sondern die redaktionelle Verantwortung dafür hat, wie der KEK-Vorsitzende Dieter Dörr bei der Vorstellung des Jahresberichts am Dienstag in Potsdam erläuterte. Die Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK), die über die Meinungsvielfalt im privaten Fernsehen wacht, wolle in dieser Angelegenheit „demnächst“ eine Entscheidung treffen.

Als Programmveranstalter bräuchte die Telekom eine Sendelizenz. Das Grundgesetz schreibt aber vor, dass der Staat keine Anteile an Unternehmen halten darf, die im Rundfunkgeschäft tätig sind. Der Bund hält derzeit allerdings noch gut 31 Prozent an der Deutschen Telekom.

Die Deutsche Telekom hat sich die Internet-Rechte an der Bundesliga für drei Jahre gesichert und zeigt sie über ihr Hochgeschwindigkeitsnetz. Der Konzern lässt die Sendungen vom Bezahlfernsehsender Premiere produzieren. Die beiden Unternehmen argumentieren, dass Premiere für die Programminhalte verantwortlich ist und die Telekom keinen Einfluss darauf hat.

Auch die Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten hatten keinen Anhaltspunkt dafür gesehen, dass die Programmverantwortung nicht bei Premiere liegt. Sie waren deshalb zu dem Schluss gekommen, dass die Telekom keine eigene Sendelizenz braucht. Kritiker werfen der Telekom dagegen vor, dass sie mit der Verpflichtung von Franz Beckenbauer als Kommentator der Bundesliga-Spiele auch inhaltlich in das Programm eingreift.

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