Telekom
Breitband für alle

Alle Deutsche sollen die Chance bekommen, per Breitband-Anschluss ins Internet zu gehen; bis 2012 will die Telekom soweit sein. "Das ist ein Versprechen", sagte Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke in einem Interview.

HB HAMBURG. Möglich werde die flächendeckende Bereitstellung durch die Umstellung des alten Telefonnetzes der T-Com auf ein internet-basiertes Netz, sagte Ricke dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ laut Vorabmeldung vom Samstag. Ricke will diese Umstellung dem Bericht zufolge im Zuge eines milliardenschweren Sparpakets vorziehen.

Mit der neuen Strategie will der Vorstandsvorsitzende den Konzern bis 2010 zu Europas ertragsreichstem Unternehmen der Branche machen. Unter anderem soll der IT-Aufwand um eine Milliarde Euro gesenkt werden. Zugleich sollen der Vertrieb optimiert und das Marketing-Budget reduziert werden. Auch die Umstellung der Netze auf nur eine Plattform soll die Kosten drücken.

Ricke deutete laut „Spiegel“ in dem Interview an, dass es im Zuge dieser Umstellung auch zu einem massiven Abbau von Arbeitsplätzen bei der Telekom kommen könnte. Es sei richtig, dass die so genannte IP-Technologie mit deutlich weniger Arbeitskräften auskomme als die bisherigen Netze: „Solchen betriebswirtschaftlichen Notwendigkeiten werden wir uns angesichts des verschärften Wettbewerbs nicht verschließen können.“

Die Telekom will sich bis Ende 2008 von 32 000 Beschäftigten trennen, hauptsächlich in der Festnetzsparte. Nach Aussagen eines Sprechers gibt es für diesen Zeitraum bisher keine Pläne für einen weitergehenden Personalabbau. Der Telekom-Vorstand hatte in der Vergangenheit einen Personalabbau nach 2008 allerdings nicht ausgeschlossen. Zuletzt hatte die Telekom weltweit rund 250 000 Beschäftigte, davon etwa 170 000 in Deutschland.

Gespart werden soll aber auch nicht nur beim Personal. „Wir werde in allen Bereichen sparen.“ Dies fange beim Verkauf von Immobillien an und reiche bis zu den Netzkosten. Konkrete Zahlen sollten im Dezember mit dem Aufsichtsrat erörtert werden. Medienberichten zufolge peilt die Telekom Einsparungen von bis zu fünf Milliarden Euro an. Der Konzern selbst sprach bisher von einem nicht näher bezifferten Milliardenvolumen.

Das Unternehmen erwägt trotz des Zusammenwachsens von Kommunikations-Technologien keine Verschmelzung ihrer Festnetz- und Mobilfunk-Sparten. Es sei zwar richtig, dass die Nachfrage nach Bündelprodukten wachse, sagte Ricke weiter. Es werde aber auch in Zukunft viele Produkte geben, die nur für Festnetz- oder Mobilfunk- Kunden interessant seien.

Mit einer neuen Aufgabenverteilung im Vorstand wolle die Telekom die richtigen Bündelprodukte anbieten. „Dafür brauchen wir keine Verschmelzung, die uns 18 Monate lähmen würde“, sagte Ricke. Die Telekom hat gerade erst die Internet-Sparte T-Online nach längerer juristischer Auseinandersetzung in den Festnetzbereich T-Com eingegliedert. Ricke stand zuletzt wegen eines schwachen Geschäftsverlaufs in Deutschland in der Kritik.

Ricke drohte dem Magazin zufolge zugleich damit, den geplanten Ausbau seines milliardenschweren Hochgeschwindigkeitsnetzes (VDSL) endgültig zu stoppen und die Investitionen stattdessen ins Ausland zu verlagern. Hintergrund ist laut „Spiegel“ der seit Monaten schwelende Streit zwischen Telekom und der EU-Kommission über die Frage, ob dieses neue Netz aus der Regulierung ausgeklammert oder aber unter Aufsicht der Regulierungsbehörden gestellt wird. Für diesen Fall könne es nur eine Konsequenz geben, sagte Ricke: „Wir stoppen die Investitionen und bauen die dort aus, wo Spitzentechnologie willkommen ist.“

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