
New YorkDie gescheiterte Mobilfunk-Ehe mit der Deutschen Telekom kommt AT&T teuer zu stehen. Wegen einer Milliarden-Entschädigung an die Deutschen und anderer Belastungen sei im vierten Quartal unter dem Strich ein Verlust von 6,7 Milliarden Dollar entstanden, teilte AT&T am Donnerstag mit. Analysten hatten einen Gewinn erwartet. Im Vorjahreszeitraum verbuchte der US-Konzern noch 1,1 Milliarden Dollar Überschuss. Die Aktie fiel vorbörslich gut zwei Prozent.
Der weltgrößte Telefon-Konzern AT&T wollte der Deutschen Telekom eigentlich ihre kriselnde US-Mobilfunktochter T-Mobile USA für 39 Milliarden Dollar abkaufen. Wegen des Widerstands der US-Behörden zogen die beiden im Dezember ihre Pläne zurück. AT&T überwies den Bonnern drei Milliarden Dollar als Entschädigung - das war vorher vereinbart worden. Zusätzlich musste das US-Unternehmen im Jahresendquartal noch Pensions-Belastungen sowie hohe Anlaufkosten für das neue Apple-iPhone verkraften.
Die Ausgaben - AT&T subventioniert das teure iPhone massiv - haben sich gelohnt. Der nach Verizon Wireless zweitgrößte Mobilfunker in Amerika konnte im abgelaufenen Quartal 717.000 neue Abonnenten locken - Marktexperten hatten lediglich mit 570.000 gerechnet.
AT&T und die Telekom hatten den T-Mobile-Deal im März angekündigt. Das amerikanische Justizministerium sowie der Telekom-Aufsichtsbehörde FCC hatten jedoch große Bedenken gegen eine Fusion der Nummer zwei und vier auf dem US-Mobilfunkmarkt. Die Transaktion hätte dafür gesorgt, dass Millionen Bürger im ganzen Land weniger Auswahl gehabt hätten, argumentierten die Behörden.