Telekom
Griechen gegen „Enthellenisierung“

Die Deutsche Telekom will den griechischen Telekom-Konzern OTE kaufen. Dagegen regt sich Widerstand: Die OTE-Belegschaft will nun streiken. Unterstützung erhält die Gewerkschaft von der Opposition, die nationalistische Töne anschlägt.

ATHEN. Der Widerstand gegen den Einstieg der Deutschen Telekom beim griechischen Fernmeldeunternehmen OTE steigt. Die Belegschaft des einstigen Staatsmonopolisten unterstreicht ihre Haltung mit Arbeitsniederlegungen. Die griechische Regierung dagegen ist zum Verkauf weiterer Aktien bereit.

Die Deutsche Telekom möchte für 2,5 Mrd. Euro knapp 20 Prozent der OTE-Aktien vom Finanzinvestor Marfin übernehmen und diese Beteiligung in den kommenden Monaten aufstocken.

OTE steigerte 2007 seinen Umsatz um sieben Prozent auf 6,3 Mrd. Euro. Der Nettogewinn wuchs um 15 Prozent auf 663 Mill. Euro und blieb damit unter den Erwartungen der Analysten. "Die Gegebenheiten des Wettbewerbs verschärfen sich auf allen unseren Märkten, starke Mobilfunkunternehmen fordern uns zunehmend heraus", sagt OTE-Vorstandschef Panagis Vourloumis.

Für diesen Wettbewerb hofft Vourloumis, OTE mit dem Einstieg der Deutschen Telekom stärken zu können. Auch der griechischen Regierung ist der neue Großaktionär "als strategischer Partner willkommen", versicherte Wirtschafts- und Finanzminister Giorgos Alogoskoufis am vergangenen Donnerstag dem stellvertretenden Telekom -Vorstandsvorsitzenden Karl Gerhard Eick, der nach Athen gekommen war. An dem Gespräch nahm auch der für OTE zuständige Verkehrsminister Kostis Chadzidakis teil.

In den bevorstehenden Verhandlungen der Deutschen Telekom mit der Athener Regierung wird es vor allem zwei Fragen geben: die Übernahme weiterer OTE-Anteile durch die Deutschen und deren künftigen Einfluss auf die Führung des griechischen Unternehmens. Seit 2006 waren mehrere Anläufe, einen strategischen Investor für OTE zu finden, daran gescheitert, dass die Regierung die Kontrolle über das Management behalten wollte.

Jetzt scheint sie aber bereit, den Deutschen weit gehenden Einfluss auf die Führung von OTE zu geben. "Wir denken an eine Art geteiltes Management", sagte Alogoskoufis der Athener Zeitung "Eleftherotypia". Einzelheiten stünden aber noch nicht fest.

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